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FIFA reagiert auf UEFA-Drohung: „Fußball wird nicht verkauft“

Von Meyel Löning

Zürich – Nach den Boykott-Androhungen der UEFA verteidigte die FIFA ihre Absichten zur Gründung einer Tochtergesellschaft, die einen Teil der kommerziellen Rechte an FIFA-Turnieren an Investoren veräußern sollte.

„Wir nehmen die öffentlich geäußerten Meinungen und Bedenken ernst und bekräftigen unser Engagement für einen transparenten und demokratischen Dialog“, erklärte der Fußballweltverband in einer Stellungnahme.

Die FIFA betonte, dass der vorgesehene Konsultationsprozess durch fehlerhafte Berichterstattung in den Medien beeinträchtigt worden sei.

„Der Fußball wird nicht verkauft“, versicherte der Weltverband. „Ein solcher Schritt käme für die FIFA niemals in Betracht.“

Die Initiative FIFA Forward Enterprise (FFE) sei ausschließlich dazu gedacht, sicherzustellen, dass sämtliche FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit bekommen, die kommerziellen Potenziale des Fußballs in ihren Ländern optimal zu nutzen.

Der Weltverband unter der Führung von Präsident Gianni Infantino (56) hatte am Dienstag bekanntgegeben, über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren einwerben zu wollen.

Zukünftige Weltmeisterschaften sollen ebenfalls unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, bei der der Weltverband die Mehrheit der Anteile hält.

Der europäische Fußballverband UEFA reagierte am Donnerstagabend mit scharfen Worten und kündigte an, alle FIFA-Turniere zu boykottieren, falls die FIFA an ihrem Investorenvorhaben festhalte. „Die Position Europas ist unmissverständlich: Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu veräußern, das er lediglich treuhänderisch für kommende Generationen verwaltet“, hieß es nach einer Dringlichkeitssitzung der UEFA.

Kurz darauf lehnten auch die Concacaf, der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, die Pläne der FIFA geschlossen ab. Ohne die Stimmen der 55 europäischen und 35 nord- und mittelamerikanischen Mitgliedsverbände dürfte es für FIFA-Präsident Infantino schwer werden, unter den 211 Mitgliedsverbänden eine Mehrheit zu sichern.

In ihrer Antwort verwies die FIFA auf ihre „demokratischen Prinzipien“. Jeder habe das Recht, seine Einwände vorzubringen und weitere Erläuterungen zu verlangen, „aber keine einzelne Organisation kann für alle 211 Mitgliedsverbände weltweit sprechen“, so die FIFA. „Jeder Mitgliedsverband sollte die Chance erhalten, den Vorschlag zu prüfen und die eigene Zukunft mitzugestalten.“

Die detaillierten Investorenpläne, die die FIFA am Dienstag teilweise vorgestellt hatte, wurden in der aktuellen Stellungnahme nicht erneut erläutert.