Mehr Geld in Aussicht! FIFA plant Verkauf von WM-Rechten an Investoren
Von Meyel Löning
Zürich (Schweiz) – Die FIFA sorgt mit ihren Plänen für einen milliardenschweren Geschäftszweig bei den Rechten an ihren Fußballturnieren für Aufsehen. Der Weltverband beabsichtigt, einen Teil der kommerziellen Rechte an seinen Wettbewerben an Investoren zu veräußern und dadurch Einnahmen von über vier Milliarden US-Dollar zu erzielen, wie er bekanntgab.
Auch zukünftige Weltmeisterschaftsturniere sollen künftig unter dem Dach einer neu gegründeten Gesellschaft organisiert werden, an der der Weltverband die Mehrheit halten würde.
Die UEFA reagierte darauf mit deutlicher Kritik: „Hier wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Organisationen niemals überschreiten dürften“, erklärte der europäische Fußball-Dachverband.
Weiter heißt es in der Stellungnahme der UEFA: „Die Identität und Führung des Fußballs dürfen nicht zur Handelsware werden – erst recht nicht, wenn völlig unklar bleibt, wer finanziell davon profitiert. Der Fußball gehört niemandem, schon gar nicht der FIFA zum Verkauf.“
Der FIFA zufolge sollen private Investoren etwa 20 Prozent der Anteile an der neu zu gründenden Tochtergesellschaft FFE erwerben können. Der Unternehmenswert wird anfangs mit rund 20 Milliarden US-Dollar beziffert. In der FFE werden die kommerziellen Rechte an FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM zusammengefasst.
Der „Times“ zufolge könnte ein derartiger Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszudehnen oder die Weltmeisterschaft häufiger als bisher abzuhalten.
Die FIFA würde als Mehrheitsgesellschafter weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen behalten und auch die Zuständigkeit für den Spielplan sowie alle Regelangelegenheiten sichern. Zudem sollen alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände kleinere Beteiligungen an der Gesellschaft erhalten, die entweder behalten oder verkauft werden können.
Innerhalb der nächsten vier Jahre plant die FIFA, mit den zusätzlichen Einnahmen rund zehn Milliarden US-Dollar für die globale Förderung des Fußballs bereitzustellen. In die Planung wurden auch Personen aus dem Umfeld der US-Regierung unter Donald Trump (80) involviert.
Wie die „Financial Times“ berichtet, führt der Technologieinvestor Joshua Kushner (41), dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, Gespräche, um über seinen Fonds Thrive Eternal die Führung der Investorengruppe zu übernehmen. Ein Sprecher der FIFA bestätigte, dass erwartet wird, Thrive werde die Leitung der geplanten Investorenrunde anführen.
Falls das Konzept umgesetzt wird, könnte FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) nach Ablauf seiner bis 2031 angesetzten letzten Amtszeit das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer führen.
FIFA-Präsident und -Geschäftsführung müssten jedoch, sofern der Plan genehmigt wird, weiterhin zentrale Positionen im neuen Unternehmen einnehmen, um laut Statuten des Weltverbands die Kontrolle über jegliche Tochtergesellschaften zu gewährleisten.