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FIFA-Krise verschärft sich weiter! Nahestehender Vertrauter Infantinos tritt zurück: „Kann nicht einfach zuschauen“

Zürich (Schweiz) – Die Turbulenzen rund um die FIFA reißen nicht ab! Präsident Gianni Infantino (56) plant offenbar, Teile der Weltmeisterschaft an Investoren zu veräußern, was mittlerweile drei Kontinentalverbände offen gegen den Weltfußballverband aufbringen ließ. Auch innerhalb der Organisation formiert sich Widerstand: Ein enger Vertrauter des Schweizers hat seinen Rücktritt erklärt.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, legte Carlos Cordeiro (70) am Freitag sein Amt als Berater von Infantino nieder und äußerte sich dabei sehr kritisch.

„Ich kann nicht einfach tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf eines Anteils an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, erklärte der erfahrene FIFA-Berater in einem Statement, das AP vorliegt. „Ich möchte deutlich machen: Ich hatte an diesem Vorschlag keinerlei Mitwirkung und lehne ihn entschieden ab.“

Der von Infantino vorgeschlagene Plan, einen Teil der WM an private Geldgeber zu veräußern und dadurch mehrere Milliarden Dollar zu generieren, sei „ein schlechter Deal für den Fußballsport“, unterstrich der ehemalige Präsident des US-Fußballverbands.

Cordeiro machte klar, dass die FIFA finanziell sehr gut aufgestellt sei, über Milliardenreserven verfüge und schuldenfrei operiere. Er verwies dabei auf die 15 Milliarden Dollar, die der Weltverband mit der gerade abgeschlossenen WM eingenommen habe: „Vor diesem Hintergrund ist es wenig sinnvoll, einen dauerhaften Anteil an dem wertvollsten Asset des Fußballs zu verkaufen, nur um 4,2 Milliarden Dollar einzunehmen. Das gefährdet ohne triftigen Grund die Zukunft des Fußballs.“

Er betonte zudem, dass er mit engagierten Menschen innerhalb der FIFA gearbeitet habe, denen der Sport wirklich am Herzen liege, und hoffe, dass auch diese sich gegen die Pläne zur Wehr setzen würden, so der 70-Jährige abschließend.

Zuvor hatten unter anderem bereits die UEFA ihre Ablehnung deutlich gemacht und klargestellt, dass keine europäische Nationalmannschaft an FIFA-Turnieren teilnehmen werde, solange die Vorschläge nicht vom Tisch sind.

Auch der nord- und mittelamerikanische Verband CONCACAF zeigte sich kritisch, wenn auch ohne Boykottandrohung. Am Freitag stellte sich zudem der asiatische Verband AFC solidarisch an die Seite von UEFA und CONCACAF. Damit würden aktuell mehr als die Hälfte der FIFA-Mitgliedsländer gegen das Vorhaben mobil machen.

Trotzdem will Infantino vorerst an seinen Plänen festhalten. Wie die FIFA am Freitagmorgen bekanntgab, soll der „Konsultationsprozess“ weitergeführt werden.