Er hatte es bereits vermutet: FIFA entlässt Infantino-Kritiker
Zürich (Schweiz) – Muss er nun für seine Kritik büßen? Vor knapp drei Wochen übte Kevin Lamour (46), der Betriebsdirektor des Weltverbandes, scharfe Kritik an den Investorenplänen von FIFA-Chef Gianni Infantino (56). Jetzt wurde Lamour aufgefordert, seinen Posten zu räumen.
Wie die FIFA am späten Montagabend mitteilte, wurde „die Zusammenarbeit zwischen der FIFA und Kevin Lamour in seiner Funktion als Chief Operating Officer am 17. August 2026 beendet“.
Über die Gründe für die Trennung, die den Funktionär betreffen, der seit November 2024 im Amt war, machte der Weltverband keine Angaben. Doch sämtliche Anzeichen deuten darauf hin, dass Lamours eigene Warnung Realität geworden ist.
Am 1. August hatte der 46-Jährige den Vorschlag Infantinos, Anteile der WM an Investoren zu verkaufen, gegenüber der „Associated Press“ scharf kritisiert und hinzugefügt: „Wenn das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann nehme ich das in Kauf.“
Außerdem beklagte Lamour, dass die Mitarbeiter der FIFA bei dem geplanten Investorendeal von ihrem Präsidenten getäuscht worden seien und dass sie etwas Besseres verdienten als „Verachtung und Einschüchterung“.
Der Vorschlag, der in der Fußballwelt für großes Aufsehen sorgte und unter anderem beim europäischen Verband UEFA Empörung und Boykottaufrufe hervorrief, sei laut dem Betriebsdirektor „ein Alleingang einer einzelnen Person“ gewesen.
Lamour forderte zumindest indirekt Konsequenzen: „Dieses Projekt darf nicht nur gestoppt werden, sondern es ist jetzt an der Zeit, dass die Verantwortlichen im Fußball die richtigen Fragen stellen und angemessene Entscheidungen treffen“, erklärte er damals.
Nun wurde offenbar eine Entscheidung getroffen – und zwar gegen den Franzosen.
Inzwischen hat Infantino seinen Plan zwar zurückgezogen, räumte jedoch nur Umsetzungsfehler ein. Einen Rücktritt schloss er dabei kategorisch aus.
Stattdessen plant er, bei der FIFA-Präsidentschaftswahl im März 2027 erneut zu kandidieren.