„Unangebrachter Patriotismus“: Schmierereien des FCM sorgen in Haldensleben für Unmut
Hundisburg – Die Ruine Nordhusen in Hundisburg zählt zu den bekanntesten Symbolen des Haldenslebener Ortsteils. Umso größer ist nun der Unmut: Am vergangenen Wochenende wurde das historische Bauwerk mit dem blau-weißen Logo des 1. FC Magdeburg besprüht.
Die Entrüstung vor Ort ist beträchtlich, da die über 700 Jahre alte Ruine erst vor Kurzem mit Fördergeldern sowie städtischen Mitteln von mehr als 600.000 Euro aufwendig restauriert worden war.
Jetzt gilt es, die frischen Farbspuren wieder zu entfernen. Die Kosten belaufen sich auf rund 1000 Euro. Ob sich die Farbe komplett von den Bruchsteinmauern ablösen lässt, ist jedoch ungewiss.
Nico Schmidt, Ortsbürgermeister von Hundisburg, zeigt sich enttäuscht: „Fankultur hat grundsätzlich einen hohen Stellenwert und kann auch Heimatgefühl vermitteln. Doch ein Denkmal und das Wahrzeichen von Hundisburg zu verunstalten, ist eine völlig unangemessene Form von Patriotismus“, erklärt er.
Der Stadt zufolge handelt es sich bei dieser Schmiererei nicht um einen Einzelfall. Im gesamten Stadtgebiet werden immer wieder Verkehrsschilder, Verteilerkästen, Betonflächen sowie öffentliche Einrichtungen mit FCM-Aufklebern und Graffiti versehen.
In Hundisburg sind derartige Schmierereien sogar an einer Sitzgruppe auf einem Spielplatz zu finden, die ehrenamtliche Helfer in ihrer Freizeit errichtet haben.
Die Stadt Haldensleben fordert eine stärkere Mitwirkung des 1. FC Magdeburg bei der Verhinderung solcher Sachbeschädigungen. Der Verein verweist jedoch auf seine begrenzten Handlungsmöglichkeiten. „Wir haben bereits mehrfach klar Stellung gegen Sachbeschädigungen, Ordnungswidrigkeiten und Straftaten bezogen – sowohl öffentlich als auch mit Nachdruck“, so Fan-Beauftragter Felix Nebel.
Nach Angaben der Stadt zeigte sich die FCM-Geschäftsführung nicht bereit zu weiterführenden Gesprächen über das Thema.