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Torklau und Flutschfinger! FC St. Pauli schlägt KSC erst mit Glück, dann kaltblütig

Hamburg – Zuerst vom Glück begleitet, anschließend mit Köpfchen! Der FC St. Pauli setzte seinen positiven Trend auch nach der Länderspielpause fort und gewann am Sonntag mit 2:0 (1:0) gegen den Karlsruher SC. Dabei profitierten die Hamburger sowohl von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung als auch von einem Fehler des gegnerischen Torhüters.

Bei herbstlichem Wetter am Millerntor dominierten zunächst die Gastgeber die Anfangsphase. Die Kiezkicker fanden immer wieder schnell den Weg nach vorne, allerdings fehlte es an wirklich klaren Chancen.

Nach etwa 20 Minuten kam es zum emotionalen Höhepunkt des Spiels. Nach einer eigentlich unnötigen Ecke köpfte Christoph Kobald den Ball vermeintlich zur Führung für den KSC ins Netz, doch Schiedsrichter Lukas Benen hatte zuvor ein Foul erkannt und das Tor aberkannt.

Diese Entscheidung war äußerst strittig, selbst die TV-Bilder zeigten nur einen minimalen Körperkontakt zwischen Sandro Tremoulet und Eric Smith – eine fragwürdige Entscheidung, die auch der VAR nicht korrigierte!

Zehn Minuten später wurde die Situation für die Gäste noch bitterer. Einen harmlosen Schuss von Abdoulie Ceesay ließ Karlsruhes Schlussmann Hans Christian Bernat durch die Finger gleiten. Die Führung für St. Pauli war zu diesem Zeitpunkt keineswegs unverdient.

Der KSC kam danach etwas besser ins Spiel, doch fast hätte Connor Metcalfe die Führung für die Braun-Weißen ausgebaut. Sein Schuss wurde jedoch abgefälscht (44.), sodass es beim 1:0 blieb.

Im Gegensatz zur ersten Hälfte startete die zweite Hälfte sofort mit mehr Tempo, was die Fans des FC St. Pauli zu jubeln brachte. Lars Ritzka fädelte einen Freistoß von Eric Smith ein und lenkte den Ball mit dem Fuß ins Tor (52.). Es war bereits sein fünftes Tor im 104. Einsatz für die Braun-Weißen.

Die Karlsruher ließen sich jedoch nicht entmutigen und hatten kurz darauf durch Shio Fukuda die große Gelegenheit zum Anschlusstreffer, doch Torwart Ben Voll zeigte eine starke Parade (54.).

Im Anschluss verwaltete St. Pauli den Zwei-Tore-Vorsprung, wobei sie Glück hatten, dass ein weiterer Treffer der Gäste aberkannt wurde. Auch diese Entscheidung von Schiedsrichter Benen war umstritten, da der Ball zuvor von Eric Smith berührt worden war (83.).

Sportlich betrachtet stand am Ende ein klarer, verdienter Sieg der Kiezkicker zu Buche, doch die aberkannten Tore des KSC sorgten für Diskussionsstoff.

2. Bundesliga, 7. Spieltag

FC St. Pauli - Karlsruher SC 2:0 (1:0)

Aufstellung St. Pauli: Voll – Pyrka, Nemeth, Ritzka (82. Dzwigala), Oppie – Smith – Fujita, Rasmussen (73. Klein) – Metcalfe (82. Hrgota) – Ceesay (73. Jones), Niang (68. Kaars)

Aufstellung KSC: Bernat – Kobald, M. Franke, Tremoulet (70. Jung) – Pinto Pedrosa (68. Wiethaup), Zor (80. Civeja), Wanitzek, Ofli – Ben Farhat (70. Egloff), Fukuda, Bergh (70. Eichinger)

Schiedsrichter: Lukas Benen (Nordhorn)

Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Ceesay (32.), 2:0 Ritzka (52.)

Gelbe Karten: Hrgota (1) / Tremoulet (1), Wanitzek (1)