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FC St. Pauli kurz vor dem Saisonauftakt: Trainer Marcel Rapp fühlt sich "ein wenig traurig"

Hamburg – Am kommenden Samstag bestreitet der FC St. Pauli seinen letzten Test in der Vorbereitung gegen den spanischen Aufsteiger Deportivo A Coruña (18.30 Uhr). Bereits am darauffolgenden Wochenende steht das erste Pflichtspiel in der 2. Bundesliga gegen Greuther Fürth auf dem Programm. Warum Cheftrainer Marcel Rapp (47) dem Saisonstart mit einer gewissen Traurigkeit entgegensieht, erklärte er am Rande des Donnerstags-Trainings.

Bei drückender Hitze an der Kollaustraße, ohne jeglichen Schatten für die Spieler vom Kiez, zeigte sich Rapp gut gelaunt und sonnengebräunt mittendrin.

Dem gebürtigen Pforzheimer machen die rund 35 Grad keinerlei Probleme, wie er schmunzelnd zugab. Schließlich sei er durch seine Herkunft aus der Region "Dolleres" daran gewöhnt. „Nicht falsch verstehen: Es ist natürlich warm, aber für mich kein großes Thema“, betonte der 47-Jährige überzeugt.

Eine Sache fällt ihm in seiner neuen norddeutschen Umgebung daher deutlich leichter: die Gestaltung des Trainingsplans.

„Hier kann ich einfach eintragen: 11 Uhr Training, 15.30 Uhr Training. Im Süden hingegen wüsste ich nicht, ob man im Juli überhaupt um 15.30 Uhr eine Einheit ansetzen könnte.“

Seiner Ansicht nach sollte man sich an den Wetterbedingungen erfreuen. „Es gibt noch genug Tage, an denen wir uns wünschen werden, dass die Sonne scheint“, sagte der Coach.

Was Rapp, der zuvor Holstein Kiel trainierte, weniger positiv stimmt, ist der Start in die neue Spielzeit. „Ich bin ein bisschen traurig“, überraschte er. „Ich bin ein Trainer, der das Training liebt“, erläuterte er seine Gefühle. „Ich freue mich darauf, die Spieler weiterzuentwickeln. Und das gelingt nun mal am besten im Training!“

Trotzdem blickt er mit großer Vorfreude auf seine erste Partie auf eigenem Platz als Coach am Millerntor – sowohl auf das Freundschaftsspiel am Samstag als auch auf das erste Pflichtspiel gegen Fürth.

„Ich war schon einige Male als Gast hier und habe die Atmosphäre erlebt“, schwärmte er im Gespräch mit TAG24. „Ich kenne den Ablauf, die Musik, die Gesänge. Aber es ist etwas ganz anderes, wenn es die eigenen Fans sind statt die der Gegner. Ich freue mich unglaublich darauf.“

Das Spiel am Wochenende ist in zweierlei Hinsicht besonders. Zum einen findet es im Rahmen des Christopher Street Days (CSD) statt, zum anderen wird es in drei „Halbzeiten“ ausgetragen (zwei Mal 45 Minuten und eine 30-minütige Phase).

Es ist davon auszugehen, dass Rapp den gesamten Kader ausprobieren möchte. Eines stand jedoch bereits am Donnerstag fest: Die Rückkehrer von der WM werden nicht auflaufen. Da auch Jackson Irvine (33) dazu gehört, wird die Entscheidung über den offiziellen Kapitän der Saison am Samstag noch nicht getroffen werden können.