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Drittligist zieht Konsequenzen: FC Ingolstadt entlässt erste Trainerin im deutschen Männer-Profifußball

Ingolstadt – Sabrina Wittmann (35), die große Hoffnungsträgerin im deutschen Männer-Profifußball, hat ihren Cheftrainerposten beim FC Ingolstadt verloren. Der Drittligist reagierte auf einen enttäuschenden Saisonstart und trennte sich von ihr. Derzeit steht das Team lediglich auf dem 13. Rang der Tabelle.

Wie die Verantwortlichen der Schanzer am Donnerstag bekanntgaben, wurde Wittmann die Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.

„Dieser Schritt folgt einer gründlichen Analyse der sportlichen Entwicklung über mehrere Spielzeiten hinweg sowie der bisherigen Ergebnisse in der aktuellen Drittligasaison. Vor diesem Hintergrund sehen wir eine Neuausrichtung als notwendig an, um neue Impulse für die kommenden Herausforderungen zu setzen. Auf menschlicher und persönlicher Ebene ist uns diese Entscheidung sehr schwergefallen“, erklärte Harald Gärtner, Geschäftsführer für Sport und Kommunikation bei den Schanzern.

Sabrina Wittmann übernahm am 2. Mai 2024 als erste Frau im deutschen Männer-Profifußball interimsmäßig die Mannschaft vom damals entlassenen Michael Köllner und wurde im Sommer 2024 zur festen Cheftrainerin befördert.

Bereits seit Sommer 2017 war sie im Nachwuchsbereich des Vereins tätig. „Wir bedanken uns bei Sabrina für ihren Einsatz und die gemeinsam verbrachte Zeit beim FC Ingolstadt 04. Für ihre persönliche und berufliche Zukunft wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg“, so Gärtner weiter.

Erst im März 2026 hatte der Klub den Vertrag mit Wittmann verlängert. In ihrer Debütsaison erreichte sie mit dem Team den 10. Platz, in der vergangenen Spielzeit wurde der elfte Rang erzielt.

In der aktuellen Saison holte die Mannschaft in sieben Partien lediglich acht Punkte – offenbar zu wenig für die Vereinsführung. Wittmann kommentierte ihre Entlassung selbst: „Ich hätte sehr gern weitergemacht und den Weg mit dieser Mannschaft voller außergewöhnlicher Charaktere fortgesetzt. Leider besteht das Vertrauen dafür nicht mehr, und der Verein hat sich für eine andere Lösung entschieden.“

„Ingolstadt bedeutete für mich weit mehr als nur ein Verein. Hier fühlte ich mich zuhause, entwickelte mich fußballerisch weiter und durfte zahlreiche besondere Momente erleben. Der Klub mit all seinen Mitarbeitern ist mir sehr ans Herz gewachsen“, ergänzte die 35-Jährige.

Der Verein plant, in Kürze einen neuen Cheftrainer zu präsentieren. Zurzeit befindet sich die Mannschaft in der verlängerten Länderspielpause und wird erst am 11. Oktober im heimischen Stadion gegen den SV Wehen Wiesbaden wieder antreten. Bei den Hessen wird mit Jochen Seitz (49) ebenfalls ein neuer Trainer an der Seitenlinie stehen.

Der SV Wehen Wiesbaden hatte sich zuvor von Daniel Scherning (42) getrennt.

Tabelle der 3. Liga

Die Bedeutung der 3.-Liga-Tabelle ist wie folgt: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Meister der 3. Liga und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der zweite Platz führt direkt zum Aufstieg. Das Team auf Rang drei spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib.