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Das schnellste Tor in der Bundesliga-Geschichte! Bayern verpasst Tabellenführung gegen Augsburg

Von Manuel Schwarz

Augsburg – Durch einen folgenschweren Fehler von Manuel Neuer (40) entging dem FC Bayern München der Sprung an die Spitze der Bundesliga.

Beim 2:2 (0:1) des Rekordmeisters in Augsburg führte der Torhüter mit seiner ersten Aktion den Gegentreffer herbei und ermöglichte Robin Fellhauer vom FCA nach exakt 8,4 Sekunden das schnellste Tor, das je in der Liga erzielt wurde.

Ismael Saibari (25, 25. und 55. Minute) sowie Nathaniel Brown (23, 80.) sorgten zumindest für das Unentschieden der Münchner. Der Wiedereinzug auf Platz eins blieb dem Starensemble dennoch verwehrt – nicht zuletzt, weil den Bayern mehrere Treffer wegen Abseits aberkannt wurden. Rodrigo Ribeiro (21, 65.) hatte Augsburg zuvor mit 2:1 in Führung gebracht.

Nach dem 2:2-Unentschieden von Dortmund am Vorabend gegen Bremen waren die Bayern besonders motiviert, die Tabellenspitze zu übernehmen. Trainer Vincent Kompany (40) betonte vor Spielbeginn bei DAZN, dass man in solchen Begegnungen „sofort mit seiner besten Leistung parat sein muss“.

Doch gerade der Start verlief katastrophal.

Mit seinem ersten Ballkontakt nach dem Anstoß wollte Neuer den Ball über den heranstürmenden Fellhauer (28) lupfen, überschätzte sich jedoch. Der Ball prallte am Rücken des Augsburgers ab, der somit ein leeres Tor vor sich hatte und nach gut acht Sekunden zum 1:0 einschob.

Seit über sechs Jahrzehnten Bundesliga-Geschichte gelang niemandem ein schnelleres Tor. Fellhauer verbesserte damit die Bestzeit von Karim Bellarabi (36) und Kevin Volland (34), die jeweils neun Sekunden für ihre Treffer benötigten.

Die meisten der 30.660 Zuschauer in der Arena jubelten, während Torwart Neuer nach seinem schweren Fehler resigniert die Arme hob und sich entschuldigte.

Motiviert durch den Rückschlag drängten die Münchner auf den Ausgleich und erspielten sich phasenweise Chancen im Minutentakt. Harry Kane (33) verpasste knapp (9.), köpfte kurz darauf über das Tor (14.) und traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte volley nur die Latte (45.+5). Auch Saibari als zentraler Offensivspieler kam nahe an den Ausgleich heran, scheiterte aber aus spitzem Winkel (37.) und zielte zu ungenau (45.+2).

Ein Remis zur Pause wäre angesichts von rund zwei Dritteln Ballbesitz und mehr Torschüssen für die Bayern durchaus verdient gewesen. Allerdings hätten sie sich auch noch mehr Gegentore einfangen können: Augsburg setzte gefährliche Konter, scheiterte aber jeweils am Abschluss.

In der 35. Minute verpasste Juma Bah (20) das 2:0, als er nach einer Flanke den Ball aus nächster Nähe über die Latte köpfte.

Der deutsche Rekordmeister hatte in der letzten Bundesligasaison lediglich eine Partie verloren – ausgerechnet gegen Augsburg zu Hause. Sowohl Trainer Kompany als auch die Spieler hatten das nicht vergessen. Nationalspieler Aleksandar Pavlovic (22) gestand vor Anpfiff: „Das tut natürlich weh.“

Nach dem Seitenwechsel konnten die Bayern den frühen Rückstand zumindest teilweise ausgleichen, als Saibari nach Vorlage von Kane den Ausgleich markierte. Kurz zuvor wurde ein Treffer von Luis Diaz (29, 51.) nach VAR-Überprüfung wegen Abseits aberkannt. Augsburgs Torhüter Finn Dahmen (28) hatte den Volley-Schuss zunächst noch durch die Hände gleiten lassen.

Die Bayern drückten weiter auf die Führung – und wurden prompt ausgekontert. Einen Schuss des aufgerückten Linksverteidigers Calvin Brackelmann (27) konnte Neuer nicht optimal abwehren, sodass Ribeiro zum 2:1 für Augsburg abstauben konnte.

Nachdem den Bayern zwei weitere Treffer wegen Abseits aberkannt wurden, gelang Brown nach Vorlage von Kane der reguläre Ausgleich. Der eingewechselte Serge Gnabry scheiterte anschließend am Pfosten (83.). In einer turbulenten Schlussphase verteidigte Augsburg erfolgreich das 2:2 und verhinderte die Niederlage.