zurück

Protest gegen Stadionübernahme? Bayern-Frauen ratlos nach Pyro-Tor

München – Ungläubige Blicke und ratlose Gesten prägten die Körpersprache der Bayern-Frauen nach dem Anschlusstreffer von Manchester City beim Champions-League-Auftakt am Dienstagabend. Das Tor fiel nämlich, während eine blau qualmende Nebelkerze auf dem Spielfeld lag und sogar auf der betroffenen Spielfeldseite gezündet wurde. Dennoch erkannte die Schiedsrichterin den Treffer an. Am Ende mussten die Münchnerinnen ihre 2:0-Führung noch hergeben und spielten Remis.

„Der Bengalo lag schon fünf bis zehn Sekunden auf dem Platz. Dann kam der Angriff genau über diese Seite. Meiner Ansicht nach hätte die Schiedsrichterin das Spiel unterbrechen müssen“, äußerte sich FCB-Chefin Bianca Rech (45) nach Abpfiff gegenüber dem „BR“ sichtlich verärgert.

Dabei hatte das Debüt der Gastgeberinnen vor rund 4300 Zuschauern im Unterhachinger Sportpark eigentlich gut begonnen. Giulia Gwinn (27) brachte Bayern früh in Führung (11.), ehe City-Verteidigerin Kerstin Casparij (26) eine Hereingabe von Harder ins eigene Tor lenkte (28.). Doch ausgerechnet die neue Spielstätte wurde ihnen letztlich zum Verhängnis.

Kurz vor der Pause wurden zwischen der Süd- und Westtribüne eine rote und eine blaue Fackel ins Stadion geworfen, wobei letztere direkt auf dem Spielfeld landete. Ein Sprecher der Münchner Polizei bestätigte gegenüber TAG24, dass die Pyro-Artikel von außerhalb der Arena abgefeuert wurden.

Trotzdem sah die spanische Unparteiische Olatz Rivera Olmedo (29) keinen Grund, das Spiel sofort zu unterbrechen, obwohl laut Polizeiangaben sogar eine Zuschauerin durch die Aktion verletzt und medizinisch versorgt werden musste.

Stattdessen erzielte Beth Mead (31) in der 45. Minute den Anschlusstreffer, der den Weg für den späten 2:2-Ausgleich durch DFB-Spielerin Carlotta Wamser (22, 86.) ebnete.

Nach Berichten von „SZ“ und „Bild“ handelte es sich um eine Protestaktion von Fans der SpVgg Unterhaching, die ihr Stadion seit der Übernahme durch den FCB ab dem 1. Januar 2026 mit den Bayern-Frauen teilen müssen. In dieser Saison gilt das vorerst nur für die Königsklasse, mittelfristig ist aber ein kompletter Umzug geplant.

Die Polizei hat Ermittlungen zum Fackelwurf eingeleitet, eine sofortige Fahndung blieb am Dienstagabend jedoch erfolglos.

„Man konnte an den Reaktionen sehen, dass selbst die Spielerinnen unsicher waren, ob die Schiedsrichterin abpfeifen würde oder das Spiel fortgesetzt wird. Der Angriff lief praktisch durch den Bengalo hindurch. Da muss man einfach als Schiedsrichterin besser reagieren“, ergänzte Rech.

Olmedo zeigte sich davon unbeeindruckt und räumte die blaue Pyrofackel am Ende sogar persönlich vom Rasen. „Die Schiedsrichterin hätte das Spiel sofort unterbrechen müssen“, kritisierte auch FCB-Torhüterin Ena Mahmutovic (22) nach dem Spiel.

Ob die Münchner Frauen gegen das Ergebnis Einspruch erheben, ist bislang nicht bekannt. Eine Anfrage von TAG24 blieb bisher unbeantwortet.