Bayern-Manager Eberl äußerst sich empört über FIFA-Präsident Infantino: „Das ekelt mich an!“
Rottach-Egern (Tegernsee) – Die Absichten von FIFA-Präsident Giovanni Infantino (56), die WM-Rechte an Investoren zu veräußern, stoßen beim Sportvorstand des FC Bayern, Max Eberl (52), auf Verärgerung und Abscheu.
„Ehrlich gesagt empfinde ich das als beschämend. Es ist mir peinlich, dass im Fußball solche Überlegungen überhaupt angestellt werden“, erklärte Eberl auf einer Pressekonferenz am Tegernsee, wo sich der FC Bayern aktuell im Trainingslager befindet.
„Für mich hat die FIFA die Aufgabe, den Fußball zu begleiten und Weltmeisterschaften zu organisieren.“ Dennoch habe er den Eindruck, dass es mittlerweile nur noch um Profit gehe. „Das widert mich an“, betonte Eberl.
Infantinos Konzept sieht vor, zukünftige WM-Turniere durch eine neue Gesellschaft auszurichten, deren Mehrheitseigner die FIFA sein würde. Durch den Verkauf der kommerziellen Rechte sollen über vier Milliarden US-Dollar eingenommen werden.
Wie die „Times“ berichtete, könnte dieser Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter zu vergrößern oder das Turnier häufiger als bisher stattfinden zu lassen. An den Plänen seien auch Personen aus dem Umfeld der US-Regierung unter Donald Trump (80) beteiligt.
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) reagierte mit scharfer Ablehnung: „Hier wird eine Grenze überschritten, die von den verantwortlichen Fußballinstitutionen niemals überschritten werden darf“, teilte der Verband mit.
„Die Essenz und Leitung des Fußballs sind keine Handelsware – erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer wirtschaftlich davon profitiert. Niemand von uns besitzt den Fußball. Er steht für die FIFA nicht zum Verkauf.“
Die UEFA erwägt offenbar sogar einen WM-Boykott, sollten die Pläne realisiert werden. Auch Eberl bezog hierzu eindeutig Stellung:
„Ich bin grundsätzlich ein Verfechter des Dialogs. Doch falls es tatsächlich so weit kommt, wäre ich dafür, dass Europa geschlossen Haltung zeigt und klar ablehnt: Nein, so machen wir nicht mit.“