Falscher Einwurf ebnet den Weg zum verrückten Hertha-Sieg: Alte Dame übernimmt Tabellenführung!
Berlin – Die Erfolgsserie von Hertha BSC hält an! Zum vierten Mal in Folge gewinnen die Berliner und erobern damit die Spitze der Tabelle. In einem turbulenten Spiel setzte sich Hertha gegen den 1. FC Magdeburg mit 2:1 (1:1) durch, musste dabei aber auf Paul Seguin verzichten. Der erfahrene Spieler sah nach einer Gelb-Roten Karte vorzeitig die rote Karte. Dies war jedoch nicht der einzige Platzverweis an diesem Nachmittag.
Hertha legte einen optimalen Start hin. Bereits nach zehn Minuten fiel das erste Tor. Kevin Sessa ließ sich bei einem Einwurf tief in der eigenen Hälfte nicht foulartig stoppen, spielte den Ball zu Mads Petersen, der im perfekten Moment Josip Brekalo bediente. Der Rest war reine Formsache: Der Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor.
Besonders kurios: Hertha erhielt den Einwurf erst durch einen Fehler von Baris Atik. Magdeburgs Mittelfeldspieler stand zu weit im Feld, was zu einem ungültigen Einwurf führte. Aus dem folgenden Einwurf entstand dann das Tor – die erste echte Chance wurde direkt genutzt.
Die Alte Dame gewann zunehmend an Fahrt und hätte beinahe durch Soufian Gouram nachgelegt. Beim vielversprechenden Abschluss des Eigengewächses stand dieser allerdings wohl im Abseits.
Magdeburg zeigte sich kaum offensiv, doch dann schlugen auch sie zu: Nach einer Ecke köpfte Falko Michel zum Ausgleich ein. Der 25-Jährige wurde dabei allerdings viel zu leicht von der Hertha-Defensive allein gelassen.
Plötzlich übernahm der FCM das Kommando, während Hertha an Leichtigkeit verlor. Vor der Halbzeit sorgte ein weiterer Vorfall für Aufregung: Zunächst scheiterte Thorsteinsson per Kopf an Herthas Torwart Reimann, kurz darauf forderte der Isländer einen Elfmeter. Nach einem Rempler prallte er mit dem Kopf gegen die Werbebande, konnte aber weiterspielen.
Zum Glück für Hertha! Kaum hatte Schiedsrichter Florian Exner die zweite Halbzeit angepfiffen, zappelte der Ball erneut im Netz – diesmal nach einem Zuspiel von Thorsteinsson. Seine präzise Flanke verwertete Oluwaseun Adewumi zum 2:1. Der Hertha-Joker erzielte damit bereits sein drittes Saisontor – alle nach seiner Einwechslung.
Dennoch war die Situation nicht beruhigend. Magdeburg drückte weiter auf den Ausgleich und lud Hertha regelrecht dazu ein. Gersbeck brachte seine Abwehr durch einen Fehlpass in Schwierigkeiten.
Nach einem Zuspiel von Zukowski musste Kwarteng nur noch einschieben. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn der VAR griff ein: Zukowski stand zuvor im Abseits.
Hertha schwächte sich anschließend selbst. Paul Seguin ging bei einem Zweikampf zwar zurückhaltend in die Grätsche, traf seinen Gegenspieler aber dennoch leicht. Das bedeutete die zweite gelbe Karte und somit eine halbe Stunde Unterzahl für die Berliner.
Fortan dominierte fast ausschließlich Magdeburg das Spiel. Angriff auf Angriff rollte, der nächste Treffer schien nur eine Frage der Zeit. Doch dann kassierten auch die Gäste durch Tobias Müller nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. Ein wahnsinniges Spiel, das aber noch nicht vorbei war. Magdeburg warf alles nach vorne, doch Hertha verteidigte mit einer kämpferischen Abwehrleistung und Ehrgeiz von Gersbeck den knappen 2:1-Sieg über die Zeit.
2. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der Zweiten Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Ebenso qualifiziert sich der Zweitplatzierte für den Aufstieg. Der Drittplatzierte muss in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga antreten, um den Verbleib oder Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse zu klären.