Ex-Hertha-Star Reese spricht Klartext zum umstrittenen Wechsel: „Mir wurde erklärt …“
Berlin – Der Transfer von Fabian Reese (28) von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg sorgte für erhebliches Aufsehen. Vor allem enttäuschte Fans der Alten Dame warfen ihm „Verrat“ vor, doch war die Situation am Ende wirklich so eindeutig?
Der einstige Publikumsliebling aus Berlin betonte stets, dass ein Vereinswechsel immer auf Entscheidungen von mindestens zwei Seiten beruht und die Anhänger nicht alle Hintergründe kennen könnten.
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung äußert sich der schnelle Flügelspieler nun erneut zu seinem Transfer und offenbart, dass die Initiative offenbar vom Klub selbst ausging. Dieser habe laut Reese einen anderen Weg einschlagen und die finanzielle Lage stabilisieren wollen.
„Man hat mir gesagt: Fabian, wir müssen Geld erwirtschaften, und für dich wäre ein Wechsel die beste Möglichkeit, um den nächsten Schritt in deiner Karriere zu machen“, erklärt der 28-Jährige. „Mir ist es wichtig, das klarzustellen.“
Er betont zudem, dass er nicht der einzige Leistungsträger gewesen sei, der im Sommer abgegeben wurde. In diesem Zusammenhang nennt er auch Tjark Ernst (23) und Michael Cuisance (26), die den Blau-Weißen mit ihren Transfers ebenfalls frisches Geld bescherten.
„Dass meine Person einmal zu solch einem Politikum wird, hätte ich wirklich nicht erwartet“, bedauert Reese. Das liege zum einen an seiner Wahl des Vereins und zum anderen an seinen wiederholten Treuebekenntnissen zu Hertha und der Hauptstadt.
Der Rechtsfuß hatte stets vom Traum Bundesliga gesprochen, entschied sich dann jedoch ausgerechnet für Wolfsburg, das gerade abgestiegen war – und damit für einen direkten Konkurrenten des Berliner Klubs.
„Wenn ich in der Bundesliga geblieben wäre, hätten manche gefragt: Warum gerade dieser Verein? Wenn ich ins Ausland gewechselt wäre, hätte man gesagt, ich wollte doch in die Bundesliga. Und wenn ich bei Hertha geblieben wäre, hätte man mir wahrscheinlich vorgeworfen, ich verdiene zu viel“, verteidigt er seine Entscheidung.
Es sei schlichtweg unmöglich, es allen Recht zu machen. Wolfsburg habe sich intensiv um ihn bemüht und ihm gezeigt, was sie in ihm sehen. „Deshalb war für mich schnell klar, dass meine Zukunft in Wolfsburg liegt“, so der Außenstürmer.
Und was ist mit den zahlreichen Treueschwüren? „Jedes einzelne Bekenntnis zu Hertha und Berlin kam aus tiefster Überzeugung“, unterstreicht der gebürtige Kieler erneut. Deshalb blicke er mit einem unglaublich guten Gefühl auf seine drei Jahre in der Hauptstadt zurück.
Umso schmerzlicher ist für ihn, dass diese vermeintliche Liebesgeschichte mit viel Ablehnung endet: „Es hat mich wirklich getroffen. Alles andere wäre gelogen!“
Ein wenig Reue zeigt Fabian Reese schließlich auch: „Wenn jemand durch meinen Wechsel die Fußballromantik verloren hat, tut mir das ehrlich leid.“