Kurz vor Beginn der WM: Ex-UEFA-Chef erhebt gegen FIFA-Präsidenten Anzeige wegen „Verschwörung“
Von David Joram
Paris – Michel Platini, der ehemalige Präsident der UEFA (70), hat in Frankreich eine Strafanzeige gegen den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino (56) sowie gegen fünf weitere ehemalige Schweizer Justiz- und Fußballfunktionäre eingereicht.
Wie ein Sprecher Platinis wenige Tage vor dem Auftakt der WM in den USA, Kanada und Mexiko gegenüber der Nachrichtenagentur AP mitteilte, sieht der 70-Jährige eine Verschwörung dahinter, die seine Wahl zum FIFA-Präsidenten vor mehr als einem Jahrzehnt verhindert haben soll.
Der frühere französische Nationalspieler wirft den Beschuldigten unter anderem vor, falsche Vorwürfe erhoben und unzulässige Einflussnahmen vorgenommen zu haben. Neben der Strafanzeige planen Platinis Rechtsvertreter zudem eine zivilrechtliche Klage gegen die FIFA auf Schadensersatz.
Bereits im Jahr 2022 hatte Platini ähnliche Anschuldigungen gegenüber den Schweizer Behörden vorgebracht.
Infantino wurde 2016 zum Präsidenten des Weltfußballverbands gewählt. Zuvor war er als Generalsekretär der UEFA tätig gewesen, während Platini noch an der Spitze stand. Der Franzose galt lange Zeit als Favorit, um die Nachfolge von Sepp Blatter (90), dem damaligen FIFA-Chef, anzutreten.
Allerdings gerieten Platini und Blatter im Jahr 2015 ins Visier der Schweizer Justiz wegen einer Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini. In einem Verfahren wegen des Verdachts auf Betrug zugunsten der FIFA wurden beide angeklagt, jedoch im vergangenen Jahr nach einem Berufungsverfahren endgültig freigesprochen.