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Von Kap Verde zur WM: Ex-Erfurter schreibt sein ganz persönliches Fußballmärchen

Von Tom Bachmann

Atlanta (USA) – Eine Gruppe unbekannter Fußballspieler hat den großen Favoriten Spanien beim WM-Eröffnungsspiel eine empfindliche Blamage zugefügt. Das 0:0 wurde von der Mannschaft des Turnierdebütanten Kap Verde wie ein voller Erfolg gefeiert. Die Auswahl hat zweifellos ein Stück Fußballgeschichte geschrieben – und besteht dabei aus Spielern mit teils ungewöhnlichen Werdegängen.

Mit gerade einmal 23 Jahren zählt Sidny Lopes Cabral zu den jüngeren Spielern im Team. Dennoch hat der Linksverteidiger bereits viel von der Fußballwelt erlebt – unter anderem auch in Deutschland. Von 2022 bis 2024 stand er bei Rot-Weiß Erfurt unter Vertrag.

„Ich lebe meinen Traum“, erklärte Lopes Cabral im Gespräch mit der dpa. „Vor vier Jahren spielte ich noch in der vierten deutschen Liga. Und jetzt habe ich bei der WM gegen Spanien ein Remis erreicht. Das kann ich kaum fassen.“

In den Niederlanden geboren und fußballerisch dort ausgebildet, kam er in der A-Jugend jedoch nicht weiter. Deshalb zog es Cabral nach Schweden. Von der U21-Mannschaft Helsingborgs wechselte er nach Erfurt und danach zu Viktoria Köln. „Die Zeit in Deutschland hat mich zu dem Spieler geformt, der ich heute bin“, betonte Cabral.

Während seiner Zeit bei Viktoria Köln wurden die Scouts des portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora auf ihn aufmerksam. Im Sommer 2025 wechselte er dorthin – und erzielte dort seinen endgültigen Durchbruch.

Nur sechs Monate später verpflichtete Benfica Lissabon unter Trainerstar José Mourinho (63) den Linksverteidiger für eine Ablösesumme von sechs Millionen Euro. In der kommenden Spielzeit wird er für den türkischen Pokalsieger Trabzonspor auflaufen, der für Cabral inklusive Bonuszahlungen fast zehn Millionen Euro gezahlt haben soll.

Auch Rot-Weiß Erfurt profitiert von seiner Entwicklung: Für die Ausbildungsentschädigung erhielt der Verein bereits 50.000 Euro beim Transfer zu Benfica, zudem könnten weitere 100.000 Euro folgen.