Ehemaliger Bundesliga-Profi Xhaka gesteht Erwerb von Impfzertifikaten: „Hatte großes Misstrauen“
Von Jens Marx
Bern (Schweiz) – Granit Xhaka (33), Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft und Ex-Bundesliga-Spieler, hat öffentlich eingeräumt, im Jahr 2022 Impfnachweise gekauft zu haben.
„Im Zusammenhang mit der Corona-Impfung war ich damals persönlich sehr verunsichert und hegte erhebliche Zweifel“, erklärte der Mittelfeldspieler des AFC Sunderland auf Instagram.
Er berichtete von tief verwurzeltem Misstrauen gegenüber dem Impfstoff und einer von Ängsten geprägten Phase. „In diesem emotional aufgewühlten Zustand entschied ich mich dazu, ein Impfzertifikat zu erwerben, anstatt meine offenen Fragen auf dem offiziellen Weg zu klären“, so Xhaka weiter.
Nach seinem Geständnis wird der Nationalspieler in den kommenden vier Begegnungen der Nations League nicht zum Einsatz kommen.
„Heute ist mir bewusst, dass dieser Weg falsch war. Es war ein Fehler, den ich sehr bedaure. Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Entscheidung, stelle mich der Aufklärung der Angelegenheit und arbeite uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden zusammen“, betonte Xhaka.
Die Staatsanwaltschaft Luzern führt derzeit Ermittlungen in diesem Fall. Im nächsten Monat soll der Fußballer, der auch für Borussia Mönchengladbach aktiv war und mit Bayer Leverkusen die deutsche Meisterschaft gewann, vernommen werden.
Simon Kopp, Leiter der Medienstelle der Staatsanwaltschaft Luzern, erklärte gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur SDA, dass geklärt werden müsse, „ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt, insbesondere im Zusammenhang mit dem möglichen Erschleichen falscher Beurkundungen oder Urkundenfälschung im Bereich der Corona-Zertifikate“.
Den Schweizerischen Fußballverband hatte der 152-fache Nationalspieler bereits am Abend vor seiner Instagram-Erklärung informiert. „Wir begrüßen Granits Schritt, sich der Aufklärung zu stellen. Gleichzeitig sind wir übereingekommen, dass es im besten Interesse der Mannschaft liegt, die nächsten Spiele ohne ihn zu bestreiten“, erklärte SFV-Präsident Peter Knäbel (59) mit Blick auf die ersten Länderspiele der Saison.
„Es gilt jetzt, Ruhe in die Situation zu bringen und den Fokus komplett auf das Team und die bevorstehenden Aufgaben in der UEFA Nations League zu richten.“
Die Schweizer Nationalmannschaft bereitet sich derzeit im türkischen Belek auf die Auswärtspartien gegen Nordmazedonien und Schottland am 26. und 29. September vor. Anfang Oktober folgen zwei weitere Spiele. „Nach Abschluss dieses Länderspielfensters werden wir gemeinsam mit Granit die Lage neu bewerten und das weitere Vorgehen festlegen“, so Knäbel abschließend.