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Skispringerin kehrt ein Jahr nach schwerem Sturz zurück auf die Schanze

Österreich – Genau vor einem Jahr erlitt die Skispringerin Eva Pinkelnig (38) beim Sommer-Grand-Prix auf der Olympiaschanze in Predazzo, Italien, einen folgenschweren Unfall, der in einem Totalschaden ihres linken Knies endete. Aufgrund dieser Verletzung verschob die Österreicherin ihren ursprünglich geplanten Rücktritt vom Skispringen. Nun wagte sie sich 364 Tage nach dem dramatischen Sturz wieder auf die Schanze.

Am vergangenen Donnerstag absolvierte sie in Tschagguns ihre ersten Trainingssprünge seit dem Unfall am 18. September 2025. Bei diesem Sturz hatte sie sich einen Kreuzbandriss, sowie Risse im Innen- und Außenmeniskus und einen Knorpelschaden zugezogen.

Durch diese Verletzungen zerplatzte ihr großer Traum, an den Olympischen Winterspielen zum zweiten Mal teilzunehmen – ein Ereignis, nach dem sie eigentlich ihre Karriere beenden wollte. Nur einen Tag nach dem Sturz wurde Eva Pinkelnig operiert und entschied sich anschließend mutig, ihre bisher so erfolgreiche Laufbahn nicht wie geplant zu beenden.

In ihrer Karriere gewann sie bisher sechs Medaillen bei Weltmeisterschaften, sicherte sich einmal den Gesamtweltcup und zählt mit insgesamt 20 Weltcup-Siegen zu den erfolgreichsten Skispringerinnen Österreichs.

Seit dem Donnerstag ist die Athletin entschlossen, ihre beeindruckende Erfolgsbilanz durch weitere Erfolge zu erweitern. „Der heutige Tag war für mich etwas ganz Besonderes. Ich danke allen, die mich unterstützt haben. Nach so langer Zeit wieder oben auf der Schanze zu sitzen und tatsächlich abzuspringen, war sehr emotional und zugleich einfach wunderschön“, erklärte die 38-Jährige in einer Mitteilung des Österreichischen Skiverbandes.

„Natürlich war auch eine Portion Respekt dabei, doch mit jedem Sprung kehrte das Vertrauen zurück. Vor allem bin ich sehr erleichtert, dass mein Knie die Belastung gut verkraftet hat. Nun geht es darum, Schritt für Schritt voranzukommen und nichts zu überstürzen“, so Pinkelnig weiter.

In den vergangenen Monaten hatte sie zunächst erste Flugversuche im Windkanal absolviert und sich bei Testfahrten im Auslauf erneut an Material, Geschwindigkeit und Anfahrt gewöhnt.

Daraufhin folgten die ersten Sprünge von der Schanze. „Eva hat in den letzten Monaten äußerst diszipliniert gearbeitet und sich diesen Tag hart erkämpft. Die ersten Sprünge stellen für uns einen wichtigen Meilenstein dar“, erläuterte Cheftrainer Thomas Diethart (34).

Er betonte, dass ein behutsamer Trainingsaufbau weiterhin wichtig sei: „Wichtig ist nun, wie ihr Körper und speziell das Knie die Belastungen aufnehmen. Falls alles weiterhin so positiv verläuft, können wir die nächsten Schritte angehen. Der heutige Tag macht uns auf jeden Fall sehr zuversichtlich“, erklärte der ehemalige Skispringer.

Im vergangenen Jahr hatten auf derselben Schanze auch die Weltmeisterin Alexandria Loutitt (22, Kanada) sowie die japanische Nordische Kombiniererin Haruka Kasai (22) einen Kreuzbandriss erlitten. Aus diesem Grund wurde die Anlage in Predazzo vor den Olympischen Winterspielen im Februar 2026 nochmals umgebaut.