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Behutsam optimistisch! Aue-Präsident Schlesinger vermeidet klare Saisonzielvorgabe

Aue – Es fühlt sich noch etwas ungewohnt an, doch es wird sich einspielen. Am Sonntag startete der FC Erzgebirge als Regionalligist bei großer Hitze in die neue Spielzeit – die erste, die nicht mehr unter dem Label „bezahlter Fußball“ läuft. Insgesamt 13 neue Spieler, vier Akteure aus dem Vorjahr und vier Talente aus der Jugend präsentierten sich den zahlreichen Fans. Alle eint das Ziel, den Sprung zurück in den Profifußball zu schaffen.

Dieses Vorhaben teilt auch Präsident Thomas Schlesinger (53). Aufgrund der Erfahrungen aus den vergangenen zwölf Monaten ist er jedoch vorsichtiger geworden. „Vor etwa einem Jahr zur gleichen Zeit, als Julian Guttau und weitere Neuzugänge kamen, war ich ebenfalls überzeugt, dass wir in der 3. Liga konkurrenzfähig sein könnten“, gesteht er ein. Doch diese Einschätzung erwies sich als Trugschluss – wie bei vielen anderen auch.

Deshalb verzichtet Schlesinger aktuell darauf, ein konkretes Saisonziel zu formulieren, an dem Mannschaft und Verein sich messen lassen müssen. Er äußert sich wohltuend zurückhaltend, ohne sich hinter Floskeln zu verstecken: „Wir haben derzeit 17 Spieler im Kader, drei bis vier Positionen wollen wir noch besetzen“, berichtet der Präsident.

Dass man mit einer so überschaubaren Mannschaftsstärke keine 34 Spieltage absolvieren kann, ist ihm bewusst. „Während der Vorbereitung werden wir genau beobachten, wo es noch hakt. Wir sind in der Lage, dort gezielt nachzulegen“, erklärt Schlesinger.

„Lasst uns die Spieler erst einmal besser kennenlernen, gemeinsam ins Trainingslager fahren, die Mannschaft im Gegensatz zum Vorjahr verletzungsfrei durch die Vorbereitung bringen. Nach dem Saisonstart am 19. Juli gegen Schalke 04 können wir dann über konkrete Zielsetzungen sprechen. Jetzt ist es noch zu früh“, so der Vereinschef.

Was seit Sommer 2025 passiert ist, schmerzt den FCE-Chef nach wie vor deutlich – das spürt man in jedem seiner Worte. Deshalb möchte er keine voreiligen Versprechungen machen.

„Gemeinsam mit den Verantwortlichen wollen wir mit begrenzten finanziellen Mitteln eine schlagkräftige Truppe formen. Unser Fokus lag bewusst nicht auf großen Namen, sondern auf Spielern, die Einsatzbereitschaft, Ehrgeiz und Willen mitbringen. Das war im vergangenen Jahr nicht bei allen der Fall.“

Die Leidenschaft für den Klub soll wieder im Mittelpunkt stehen. „Wenn wir in der Vorbereitung all das sehen und größere Verletzungen vermeiden, dann kann hier etwas Großes entstehen.“

Klar ist, dass Aue von Anfang an als Gejagter im Fokus stehen wird. Das schreckt Schlesinger jedoch nicht ab. „Wir dürften finanziell mit vier oder fünf Vereinen auf Augenhöhe sein. Mit denen wollen wir mithalten, wir gehören sicherlich zu den Top 5“, wagt er zum Schluss doch eine vorsichtige Einschätzung.

Das ist allemal besser, als sofort den direkten Wiederaufstieg auszurufen.