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Stillstand bis zum 11. Juni! Aue-Präsident Schlesinger: „Das darf nicht passieren!“

Aue – Als Thomas Schlesinger (53) nach Havelse gefragt wird, zuckt er nur mit den Schultern. „Wir müssen bis zum 11. Juni abwarten. Eine andere Möglichkeit haben wir nicht.“ Erst an diesem Donnerstag wird der DFB entscheiden, ob der TSV die Lizenzvoraussetzungen erfüllt oder nicht. Falls die Lizenz verweigert wird, würde der FC Erzgebirge Aue nachrücken – was momentan einen kompletten Stillstand zur Folge hat. Deshalb spart der Präsident nicht mit Kritik.

Mehrere Clubs sitzen derzeit auf heißen Kohlen, darunter nicht nur Aue und Havelse, die bis zur endgültigen Entscheidung kaum oder gar keine Planungen vornehmen können.

Im Gebiet des NOFV betrifft diese Unsicherheit beispielsweise auch den ZFC Meuselwitz in der Regionalliga, den FC Grimma in der Oberliga Süd sowie Dynamo Schwerin in der Oberliga Nord.

Bleibt Aue in der 3. Liga, hätte Meuselwitz den Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft. In diesem Fall könnten Grimma und Schwerin in einer Relegation um den freien Platz in der Oberliga kämpfen.

„Das ist nicht hinnehmbar“, äußert sich Aues Präsident Schlesinger in Anspielung auf den DFB und 1860 München. Letzteren wurde am Mittwoch die Lizenz verweigert, was den ganzen Prozess ins Rollen brachte.

„Dass München 2,7 Millionen Euro benötigt, um die Lizenz zu sichern, war nicht erst Ende Mai bekannt, sondern schon viel früher. Der Verband hätte längst handeln müssen, nicht erst nach dem Saisonende“, kritisiert Schlesinger.

Die Unterlagen zur Lizenz für die Saison 2026/2027 mussten alle Drittligisten spätestens am 15. März einreichen. Bereits bei der ersten Prüfung hätten dem DFB bei 1860 Auffälligkeiten auffallen müssen.

Dennoch wurde bis nach dem Saisonfinale gewartet, um dem Verein ein Ultimatum zu stellen, das am Mittwoch ablief. „Wir können aktuell kaum aktiv werden. Für die 3. Liga braucht man einen anderen Kader als für die Regionalliga. Also heißt es abwarten – eine ungünstige Situation, nicht nur für uns“, so Schlesinger weiter. „Erst am 11. Juni erfahren wir mehr, der Trainingsstart ist aber schon am 21. Juni. Das ist eine echte Herausforderung.“

Hinzu kommt bei einem Verbleib von Aue: Wie verhält es sich mit den Spielern, die bereits für die Regionalliga unterschrieben haben? Und was ist mit Sponsoren, die ihr Engagement nach dem sportlichen Abstieg reduziert oder beendet hatten?

Laufen bestehende Verträge, wie beispielsweise mit Brustsponsor MBR, weiter? Schlesinger: „Diese Fragen können wir erst nach dem 11. Juni beantworten.“ Es herrscht eben Stillstand.