Influencerin sorgt bei der Vuelta für Aufsehen: Veranstalter greifen jetzt ein!
Spanien – Das Zusammenspiel von Sport und Influencern sorgt nicht nur hierzulande für Diskussionen. Bei der Spanien-Rundfahrt erregte die Internet-Persönlichkeit Erola Jons mit ihrer ungewöhnlichen Berichterstattung ordentlich Kritik – sodass die Organisatoren inzwischen reagieren mussten.
Die spanische Content-Creatorin, die auf Instagram über 3,2 Millionen Follower zählt, berichtete bei der seit Samstag laufenden Vuelta a España direkt von der Strecke. Statt sich jedoch auf den Radsport zu konzentrieren, zeigte sie ihren Zuschauern vor allem zahlreiche skurrile Szenen.
Während einige Fahrer, denen sie anzügliche Kommentare zuspielte, einfach mit einem Augenrollen das Weite suchten, verbreitete sich vor allem ein Video mit Tadej Pogacar (27) viral.
In dem Clip nennt Jons den amtierenden Tour-de-France-Sieger liebevoll „Pogachita“ und fragt ihn: „Warum hyperventilierst du jedes Mal, wenn du mich siehst?“
Der sichtlich irritierte Profi reagierte zunächst mit einem „Was?“, bevor er antwortete: „Ich atme den ganzen Tag.“
Darüber hinaus äußerte sich die Influencerin wiederholt zum Aussehen der Sportler: „Wenn sie sich gerade umziehen, steigt die Einschaltquote. (...) Dort zieht sich jemand um. Das Trikot ist durchsichtig, aber gar nicht schlecht, gefällt mir“, kommentierte sie laut „Marca“ die Fahrer-Kabinen.
„Ich finde das nicht normal, so etwas sollte verboten werden. So viel Schönheit hier. Mir wird richtig heiß bei all dem eng anliegenden Lycra“, fügte sie hinzu.
Dieser Umgangston gegenüber den Athleten stieß nicht überall auf Zustimmung. Die spanische Eurosport-Journalistin Laura Meseguer äußerte: „Das macht mich wütend, denn das ist kein Journalismus. Es ist ohnehin schon schwer genug, als Frau in dieser Branche ernst genommen zu werden.“
Nach dem Vorfall reichte Pogacars Team „UAE Team Emirates-XRG“ sogar eine offizielle Beschwerde bei den Veranstaltern ein.
Diese haben inzwischen reagiert: Jons darf zwar weiterhin von der bis zum 13. September laufenden Vuelta berichten, allerdings wurde ihr der Kontakt zu den Fahrern untersagt, wie „Marca“ berichtet. Zudem forderten die Organisatoren sie auf, ihren Ton und Stil an den Rahmen eines hochkarätigen Sportevents anzupassen.
Der Internet-Star, der vor allem durch virale Streiche und Flirt-Videos bekannt wurde, zeigte sich offenbar unbeeindruckt und freute sich vielmehr über die mediale Aufmerksamkeit: „Alle haben darauf gewartet, dass ich zurückkomme, um zu sehen, welches Chaos ich diesmal bei der zweiten Etappe verursache“, sagte sie in einem weiteren Vuelta-Video vom Sonntag.
„Keine Sorge, wir machen weiter“, fügte sie hinzu. „Gestern haben wir das Internet zum Explodieren gebracht.“