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Erneutes Wechsel-Drama um einen Energie-Profi: Straudi soll Cottbus-Zusage gebrochen haben

Cottbus/Dresden – Obwohl Simon Straudi (27) bislang weder am Training teilgenommen noch ein Spiel für Dynamo Dresden bestritten hat, werfen die Verantwortlichen von Energie Cottbus ihm Wechselmanöver vor: Der zuverlässige Außenverteidiger soll eine vorangegangene Zusage gegenüber dem Verein nicht eingehalten haben.

Dies berichtete zumindest Pele Wollitz (60) bei der großen Pressekonferenz zum Saisonstart am Mittwochmittag. „Wer eine Zusage gibt, hält sie auch ein. Punkt. Ende der Diskussion“, machte der Trainer von Energie deutlich.

Der Transfer gewinnt dadurch neuen Zündstoff. Nicht nur, dass Straudi zu einem direkten Konkurrenten und Rivalen aus der Region wechselt, offenbar kam die Entscheidung kurzfristig zustande.

„Wenn dann plötzlich etwas anderes dazwischenkommt, muss man das akzeptieren“, zeigte sich Wollitz zwar äußerlich gelassen, innerlich dürfte ihn die Nachricht von Straudis Wechsel zu Dynamo jedoch sehr getroffen haben.

„Ohne Groll oder Enttäuschung im Herzen zu tragen, ist es am Ende vielleicht besser, dass es so gekommen ist“, ergänzte Wollitz abschließend.

Für Energie bedeutet der Verlust des Rechtsverteidigers nun eine Umstrukturierung in der Defensive. Neben Henry Rorig (26), der seinen Vertrag verlängert hat, wollte man auch Straudi halten. Doch laut Wollitz gibt es auf dem Transfermarkt genügend „interessante Kandidaten“.

Der Abgang trifft den Zweitliga-Aufsteiger auch aus finanzieller Sicht hart: Nach den Abgängen von Marius Funk (30, VfB Stuttgart) und Nyamekye Awortwie-Grant (25, SC Paderborn) ist Straudi (27) bereits der dritte Stammspieler, der den Verein ablösefrei verlässt.

Da sein Vertrag ausläuft, erhält Energie keine Ablösesumme und schaut erneut in die Röhre.

Vor dem Hintergrund stellt sich für den Aufsteiger die Frage, ob es nicht möglich gewesen wäre, bereits im September eine Vertragsklausel einzubauen, die den Spieler im Falle des Aufstiegs bindet.

Fakt ist außerdem, dass der Streit um Straudis Vertrag bereits der dritte derartige Fall innerhalb eines Jahres ist. Schon der überraschende Abgang von Awortwie-Grant, der eine Vertragslücke ausnutzte, sowie die umstrittene langfristige Vertragsvereinbarung und die kostspielige Trennung vom ehemaligen U19-Trainer Alain Karim (39) hatten für Aufsehen gesorgt.

Zählt man zudem das Wechsel-Drama um Maximilian Krauß (29) im vergangenen Sommer hinzu, ist Straudi der nächste Abgang, der für viel Wirbel sorgt.