Energie enttäuscht: Verpasste Vertragsfristen kosten Cottbus bares Geld
Cottbus – „Der 30. April ist ein bedeutender Stichtag für Energie Cottbus“, erklärte Trainer Pele Wollitz (60) nicht ohne Grund. Ein großes Versäumnis an diesem Termin bringt dem Zweitliga-Aufsteiger erhebliche finanzielle Einbußen.
Energie hat es versäumt, seinen Nachwuchsspielern rechtzeitig bis zu diesem Datum Vertragsangebote zu unterbreiten. Dadurch verlieren die Lausitzer diesen Sommer eine Vielzahl an jungen Talenten – und das ohne jegliche Ablöse!
Dabei stehen nicht nur mögliche Transfergebühren auf dem Spiel, sondern vor allem die Ausbildungsentschädigungen für Talente, die im Nachwuchsleistungszentrum von Energie und der Lausitzer Sportschule ausgebildet wurden.
Wenn ein Nachwuchsspieler vor Vollendung seines 23. Lebensjahres in der ersten oder zweiten Bundesliga debütiert, erhalten die Jugendvereine eine Vergütung für die entstandenen Ausbildungskosten. Diese beträgt pro Saison zwischen dem zwölften und dem 21. Lebensjahr jeweils 6.750 Euro.
Voraussetzung dafür ist, dass der abgebende Verein aus dem NLZ bis zum 30. April ein formelles Vertragsangebot vorgelegt hat. Die Spieler sind nicht verpflichtet, dieses anzunehmen – eine einfache Eingangsbestätigung reicht bereits aus, damit der Verein später finanziell profitiert.
Kommt zum Beispiel Maris Schößler (19) in den nächsten zwei Jahren für Hertha BSC in der 2. Bundesliga zum Einsatz, erhält Energie keine der ihnen zustehenden 40.500 Euro Ausbildungsentschädigung.
Sind mehrere Talente betroffen, kann sich so leicht ein sechsstelliger Betrag ergeben, der dem Verein entgeht.
Gerade für den finanziell ohnehin klammen Klub stellt die Ausbildungsvergütung ein wichtiges Mittel zur Refinanzierung dar. Nach Informationen von TAG24 investiert Energie jährlich rund 1,2 Millionen Euro in die Nachwuchsarbeit.
Obwohl der kritische Stichtag mittlerweile zwei Monate zurückliegt, hält die Unzufriedenheit über das damalige Versäumnis weiterhin an.
Im Zentrum der Kritik steht der ehemalige Nachwuchsleiter Matthias Rahn (36), der ab dem heutigen 1. Juli offiziell beim FC Greifswald tätig ist.
Anstatt den Spielern Verträge anzubieten, hat Rahn zahlreiche Talente nach Greifswald gelotst, wo sie unter Energies früherem U19-Trainer Alain Karim (39) ihre ersten Schritte im Herrenfußball machen.
Wollitz kommentiert: „Es geht nicht darum, dass wir enttäuscht sind, wenn Spieler den Verein verlassen. Aber die Vorgehensweise hätte anders sein müssen.“
Gleichzeitig muss sich auch der Verein selbst Kritik gefallen lassen und seine internen Kontrollmechanismen verbessern.