Energie Cottbus unterliegt im letzten Testspiel im Dauerregen, bleibt aber unbeeindruckt!
Cottbus – Bei strömendem Regen in der Lausitz und nach 120 Minuten Kampf gegen einen Bundesligisten gingen den Fans auf der Osttribüne auch noch die Pommes aus: Eine entspannte Sommerpause war dem FC Energie Cottbus vor dem Start der 2. Liga im letzten Test nicht vergönnt. Dennoch bewahrten sich die Spieler von Trainer Pele Wollitz trotz der 2:4 (1:2)-Niederlage gegen Werder Bremen einen kühlen Kopf.
Bereits zu Beginn agierte der FCE passend zur Wetterlage mit einer kalten Dusche für die Gäste aus der Hansestadt: Bremens neuer Torhüter Karl Hein unterlief in der sechsten Minute ein großer Fehler im Spielaufbau, Kapitän Tolcay Cigerci eroberte den Ball und verwandelte entspannt zum frühen 1:0.
Das gefiel den Bremern natürlich gar nicht, die sich nun deutlich steigerten und immer besser ins Spiel fanden. Die Lausitzer hielten jedoch engagiert dagegen, zeigten eine stabile Defensive und setzten auch im Angriff immer wieder gefährliche Nadelstiche.
Nach dem Ausgleichstreffer wurde jedoch der Klassenunterschied zeitweise deutlich sichtbar: Jens Stage bediente den jungen Werder-Spieler Salim Musah, der mit Übersicht und präzisem Innenrist zum 1:1 traf (31.). Für Energie ging das zu schnell.
In der Folge drückten die Grün-Weißen für etwa 15 Minuten aufs Tempo, schlossen die Cottbuser hinten ein und erzielten kurz vor der Pause das zweite Tor. Dabei bereitete Musah mustergültig für Samuel Mbangula vor, der die FCE-Abwehr zu leicht überwinden konnte (45.).
Nach der ersten Stunde im umfangreichen Testspiel über zwei Mal 60 Minuten wurde kräftig durchgewechselt – unter anderem beendete Leonardo Bittencourt seinen Einsatz. Der gebürtige Cottbuser stand gegen seinen ehemaligen Klub, für den er sieben Jahre gespielt hatte, in der Startelf, konnte aber kaum Akzente setzen.
Die vielen Wechsel beeinträchtigten zwar den Spielfluss beider Teams, sorgten jedoch für Unterhaltung und kamen besonders dem Gastgeber zugute. Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein temporeiches Auf und Ab mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten.
Vor allem die Neuzugänge Justin Butler und Christian Kinsombi brachten frischen Wind in das Spiel der Lausitzer. Henry Rorig (83.) und Julian Guttau (99.) vergaben dabei jeweils die Möglichkeit zum Ausgleich.
Am Ende gelang der Ball aber nur auf der Gegenseite im Netz, weil Werder bei seinen Treffern seine Klasse aufblitzen ließ. Der erst 18-jährige Paul Erevbenagie bewahrte in der 103. Minute vor Keeper Kevin Kratzsch Ruhe und sorgte für die vermeintliche Entscheidung.
Diese war allerdings nicht endgültig, denn Axel Borgmann traf aus der Distanz noch zum Anschlusstreffer (112.), bevor Bremens Chuki nach einem Konter in der Nachspielzeit den Sack zumachte (120.).
Für den engagierten Auftritt der Wollitz-Elf gibt es jedoch keinerlei Grund zur Scham – im Gegenteil: Das Team macht einen gut vorbereiteten Eindruck für die Herausforderungen der 2. Liga.
Einziger Wermutstropfen bleibt das Catering: Einige Zuschauer beklagten sich laut „fcenergietv“ darüber, dass auf der Osttribüne keine Pommes mehr erhältlich waren. Grund dafür sollen logistische Schwierigkeiten gewesen sein.