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Zusammenarbeit mit Krieschow vorerst gescheitert – Cottbus verfolgt neuen Talente-Ansatz

Cottbus – Die geplante Zusammenarbeit zwischen dem VfB Krieschow und Energie Cottbus, bei der Talente in Cottbus trainieren und gleichzeitig für Krieschow spielen sollten, kommt vorerst nicht zustande.

Grund dafür ist weniger der fehlende Wille der beteiligten Vereine, die diese Idee bereits im November 2025 ins Leben riefen. Vielmehr spielt ein Konkurrent aus dem Norden eine entscheidende Rolle, der den Lausitzern mehrere vielversprechende Spieler abspenstig machte.

So wechselten vier Nachwuchsspieler aus der U19 von Energie dank des früher in Cottbus tätigen Trainerduos Alain Karim (39) und Matthias Rahn (36) an den Greifswalder Bodden. Im Gegensatz dazu tritt Krieschow lediglich in der fünftklassigen Oberliga Süd an und trainiert nach Feierabend.

Greifswald überzeugte mit besseren Perspektiven – insbesondere mit Spielpraxis auf Viertliga-Niveau und einem bekannten Trainerteam.

Edwin Kracht (18) entschied sich für die U23 des 1. FC Nürnberg, während Maris Schößler (19) zu den Nachwuchsspielern von Hertha BSC wechselte. Diese Adressen punkten sowohl mit höherer Anerkennung als auch teilweise mit besseren finanziellen Angeboten.

Wie TAG24 aus Beraterkreisen erfuhr, kamen neben dem Ligastatus auch organisatorische Schwierigkeiten hinzu: Obwohl Krieschow vom Cottbuser Stadtzentrum nur 20 Autominuten entfernt liegt, besitzen nicht alle jungen Spieler aufgrund ihres Alters einen Führerschein oder ein eigenes Fahrzeug.

Dazu gesellt sich ein weiteres Problem: Weil Energie neben Star-Rückkehrer Leonardo Bittencourt (32) nur über die Mindestanzahl von vier lokal ausgebildeten Spielern (Local Playern) verfügt – zu denen auch Malte Wilke (18), Joey Taubeneck (19) und Aaron Reschke (17) zählen –, sind Leihgeschäfte streng geregelt.

Um weiterhin als Local Player zu gelten, müssen Talente mindestens auf Regionalliga-Niveau ausgeliehen werden. Dies soll der Deutschen Fußball Liga (DFL) dem Aufsteiger mitgeteilt haben, was Krieschow als Partner ausschließt. Der Preis für den Aufstieg: Wäre Energie in der 3. Liga geblieben, hätte die Local-Player-Regelung keine Anwendung gefunden und eine Ausleihe in die Oberliga wäre möglich gewesen.

Für Jungprofi Jannis Zaydan (19), Rückkehrer Gianluca Pelzer (20, zuletzt auf Leihbasis beim VfL Lübeck in der Regionalliga Nord) sowie Yusuf Wardak (20, ebenfalls zuletzt in Lübeck aktiv) wird sofort Spielpraxis mindestens in der Viertklassigkeit zugetraut.

Energies Trainer und Manager Pele Wollitz (60) äußerte sich dazu klar: „Ich sehe aktuell kaum Spieler, die noch zur Verfügung stehen.“

Durch den Aufstieg eröffnete sich jedoch eine andere, unerwartete Möglichkeit: Energie wird künftig – ähnlich wie viele Konkurrenten aus der 1. und 2. Liga – in der neu gegründeten U21-Liga antreten und dort seinen Talenten wertvolle Spielzeit verschaffen.