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Verwegene Taktik zum Saisonstart: Cottbus setzt auf „Kinderriegel“, um Hannover zu stoppen

Cottbus – In wenigen Stunden beginnt für Energie Cottbus das Abenteuer 2. Bundesliga (Sonntag, 13.30 Uhr). Zum Auftakt trifft der Aufsteiger bei Hannover 96 auf eine echte Herausforderung, deren Angriff das Team mit einer jungen, defensiven Formation – einem sogenannten „Kinderriegel“ – in den Griff bekommen möchte.

Die Vorbereitung lässt vermuten, dass drei der vier Verteidiger in der Startelf jünger als 23 Jahre sein werden.

King Manu (22) ist in der Innenverteidigung ohnehin gesetzt. Neben ihm wird der erst 19-jährige Leihspieler und vielversprechende Nachwuchsspieler Luca Erlein nach nur einer Woche Eingewöhnung voraussichtlich direkt starten. Auf der linken Abwehrseite gibt es ein knappes Rennen zwischen den 19-jährigen Jannis Zaydan und dem 21-jährigen Fousseny Doumbia.

Einzig Rechtsverteidiger Henry Rorig (26) bringt im Vergleich zu seinen Mitspielern etwas mehr Erfahrung mit. Sollte Zaydan die Position bekommen, wäre die Abwehrreihe im Schnitt gerade einmal 21,5 Jahre alt und hätte gemeinsam lediglich 15 Einsätze in der 2. Liga vorzuweisen.

Auch der neue Torwart Marcel Lotka (25), der bislang zwei Zweitligaspiele absolviert hat, verfügt kaum über Routine auf diesem Niveau. Kann diese so junge Defensive tatsächlich die zweitbeste Offensive der vergangenen Saison stoppen?

„Ich glaube nicht, dass das Alter entscheidend ist. Viel wichtiger sind Unbekümmertheit, Frechheit, Mut und Überzeugung“, erläutert Trainer und Manager Pele Wollitz (60) den Plan.

Wollitz führt weiter aus: „Die Zuschauer verlangen oft nach großen Namen. Doch wir wollen selbst welche werden.“

Unglücklicherweise fällt Kapitän Axel Borgmann (32) wegen einer langwierigen Schambeinentzündung für die Startelf auf der linken Abwehrseite aus. „Er war der Fels in der Brandung, ein wichtiger Baustein“, so Wollitz.

Deshalb liegt die Rolle des Abwehrchefs nun umso mehr bei Aufstiegsheld King Manu. Dieser betonte im Gespräch mit TAG24: „Wir sind alle Führungsspieler. Alle elf auf dem Platz tragen Verantwortung. Auch ich möchte meinen Anteil daran erhöhen.“

Ist die fehlende Erfahrung trotzdem ein Handicap? „Ganz und gar nicht. Jeder in diesem Team ist in der Lage, Zweitliga-Fußball zu spielen. Mit den Spielen werden wir uns an das Tempo gewöhnen. Das gilt es einfach anzupassen.“

Denn: Alter garantiert nicht automatisch Qualität.

So bildeten einst der junge Mats Hummels und Neven Subotic im Alter von nur 19 Jahren den legendären „Kinderriegel“ bei Borussia Dortmund – und gewannen später mit Trainer Jürgen Klopp die Deutsche Meisterschaft.