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Deutschland-Choreografie und kontroverse Spruchbänder: Energie Cottbus positioniert sich

Cottbus – Energie Cottbus sichert sich gegen den Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli ein Unentschieden – und ganz Fußball-Deutschland diskutiert intensiv über die auf der Cottbuser Nordtribüne präsentierte Choreografie sowie drei Spruchbänder. Am Montag hat sich der Verein klar dazu geäußert.

Vor Anpfiff hatten die mitgereisten St.-Pauli-Fans „Nie wieder Deutschland“ skandiert, woraufhin Energie-Fans mit „Deutschland Deutschland“-Rufen und einer schwarz-rot-goldenen Choreografie reagierten.

Im Verlauf des Spiels wurden drei Banner mit diskriminierenden Botschaften hochgehalten, die sich gegen die links bis linksextrem orientierten Anhänger von St. Pauli richteten.

Dabei provozierten die Ultras von Energie unter anderem durch die Unterstellung von Pädophilie gegenüber queeren Menschen und Fans aus der St.-Pauli-Szene.

Viele Anhänger und Verantwortliche von Energie Cottbus distanzieren sich von diesen Äußerungen. In einer ausführlichen Stellungnahme erklärt der Club, dass die Spruchbänder „nicht angemeldet“ gewesen seien und „offensichtlich einzig zur gezielten Provokation der Anhänger unseres Gegners dienten“.

Die Lausitzer betonen, für „Fairness, Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz“ zu stehen und „jegliche Formen von Diskriminierung, Rassismus und Gewalt strikt abzulehnen. [...] Das LEAG Energie Stadion ist das Zuhause und ein sicherer Ort für alle Unterstützer von Energie“, heißt es weiter.

Zeitgleich gibt Energie-Präsident Sebastian Lemke (43) Antworten auf Fragen und ordnet die Vorfälle ein.

TAG24: Herr Lemke, rund um die Cottbuser Choreografie gibt es heftige Diskussionen. Können Sie das nachvollziehen?

Lemke: Als gebürtiger Lausitzer trage ich meine Heimat und den Verein tief im Herzen. In der Choreografie wurden neben den Deutschlandfarben auch das Stadtwappen von Cottbus, der Brandenburgische Adler sowie das Vereinslogo dargestellt. Das finde ich vollkommen in Ordnung.

TAG24: Wie bewerten Sie die drei Spruchbänder, die während der Partie gezeigt wurden? War der Verein darüber informiert?

Lemke: Die Banner waren weder angemeldet noch war uns deren Inhalt bekannt. Solche Äußerungen lehnen wir ausdrücklich ab, da sie nicht mit den Grundwerten unserer Vereinssatzung vereinbar sind. Ich verweise auf unsere offizielle Stellungnahme. Energie Cottbus ist ein Verein für alle.

TAG24: Wie ist es möglich, dass die Spruchbänder überhaupt ins Stadion gelangten?

Lemke: Wir führen Einlasskontrollen sowohl an den Eingängen als auch in den Blöcken durch. Dennoch gibt es wohl Wege, wie solche verbotenen Gegenstände trotzdem ins Stadion gebracht werden. Das darf nicht vorkommen.

TAG24: Die Spruchbänder sorgen deutschlandweit für Aufsehen. Viele Außenstehende verbinden Energie Cottbus nun wieder mit rechtsextremen Tendenzen.

Lemke: Es ist schade, dass nur über einen kleinen Teil der fast 17.000 Energie-Fans im Stadion gesprochen wird und dadurch falsche Eindrücke entstehen.

Wir tragen gesellschaftliche Verantwortung, haben verschiedene Kampagnen initiiert und sind im Netzwerk der Stadt und Region aktiv. Aber das gelingt nicht allein.

In den letzten Jahren haben wir viel erreicht und mit sportlichen Erfolgen bundesweit Aufmerksamkeit erzeugt. Daran haben auch die Fans einen großen Anteil – und das soll auch so bleiben.