Vor dem DFB-Pokal-Kracher: Einschulungsärger in Cottbus
Cottbus – Ein richtiges Pokalhighlight könnte es werden, doch ein anderer Termin sorgt bei Energie Cottbus für Ärger: Am Samstag finden in vielen Teilen der Lausitz und ganz Brandenburg die Einschulungsfeiern statt.
Leider überschneidet sich dieser für zahlreiche Kinder, Eltern und Verwandte bedeutsame Anlass mit dem DFB-Pokal-Spiel ihres Lieblingsvereins.
Um 13 Uhr steht das Duell gegen den Bundesligisten FC Augsburg an – genau zu der Zeit, in der in vielen Familien das traditionelle Zuckertütenfest gefeiert wird.
Gerade im Osten Deutschlands hat die Einschulung einen hohen Stellenwert. Oftmals wird an diesem Samstag, der zwei Tage vor dem offiziellen Schulstart liegt, die halbe Verwandtschaft eingeladen, und für den Anlass werden ganze Restaurants oder Sporthallen gemietet. Folglich muss die eigentlich schönste Nebensache der Welt dieses Mal zurückstehen!
Wie aus dem Umfeld von Energie Cottbus zu vernehmen ist, zeigt sich der Verein wenig erfreut über die Spielansetzung des DFB.
Besonders schmerzhaft ist der Termin aus Sicht des Clubs, weil viele Fans, die sonst ins Stadion kommen, an jenem Tag bei Familienfeiern gebunden sind. So könnten in einigen Fällen gleich mehrere Personen fehlen, die sonst gemeinsam ins LEAG Energie Stadion pilgern.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch beim Kartenverkauf wider: Am Dienstagmittag waren knapp 13.000 Tickets abgesetzt – deutlich weniger als beim Saisonauftakt gegen Hannover (18.361 Zuschauer) oder in der ersten Pokalrunde des Vorjahres (18.659).
Insider vermuten hinter vorgehaltener Hand, dass Energie durch die Terminkollision eventuell 3.000 bis 4.000 Anhänger verliert.
Das bedeutet nicht nur einen finanziellen Verlust für den Verein, sondern dürfte auch die Atmosphäre und die Optik im Stadion beeinträchtigen.
Außerdem: Während Cottbus in den letzten Jahren oft auf attraktive Gegner traf, löst der Name FC Augsburg bei vielen Fans eher wenig Begeisterung aus.
Möglicherweise ist genau aus diesem Grund die Partie auf den wenig populären 13-Uhr-Termin gelegt worden.