Vor drei Monaten noch in der 5. Liga aktiv: Newcomer steht vor Startelf-Debüt in der 2. Bundesliga
Cottbus – Vor gerade einmal drei Monaten spielte Fousseny Doumbia (21) noch in der fünftklassigen Hessenliga. Am kommenden Sonntag könnte der Nachwuchsspieler erstmals in der Startelf der 2. Bundesliga auflaufen.
Der vielseitige Verteidiger mit seinem starken linken Fuß ist von Eintracht Frankfurt an Energie Cottbus ausgeliehen und hat in beeindruckend kurzer Zeit den Sprung von der 5. Liga in die zweithöchste deutsche Spielklasse geschafft.
Darüber hinaus steht ihm beim Auswärtsspiel in Bielefeld (Sonntag, 13:30 Uhr) sein erstes Startelf-Spiel bevor!
Wie konnte diese rasante Entwicklung gelingen?
Bereits in der vergangenen Saison trainierte Doumbia regelmäßig mit den Profis der Eintracht Frankfurt und wurde mehrmals in den Bundesliga-Kader berufen. Für einen Einsatz reichte es allerdings noch nicht – Spielpraxis sammelte er stattdessen in Frankfurts U23 in der Hessenliga.
Dort fiel der Abwehrspieler so positiv auf, dass Frankfurt ihn zu Energie Cottbus schickte, um in einer höheren Liga weitere Erfahrungen zu sammeln. Der Plan: Unter dem erfahrenen Trainer Pele Wollitz (61) soll Doumbia den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.
Nach einigen Wochen zeigte sich Wollitz begeistert von seinem Schützling: „Er hat voll und ganz bestätigt, warum wir diese Leihe eingegangen sind. Fußballerisch ist er unglaublich stark, zeigt sehr gutes Aufbauspiel, eine vorbildliche Einstellung und trainiert mit hoher Intensität.“
Dazu kommt, dass Doumbia auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. Meist spielt er als einer von zwei Innenverteidigern oder als linker Teil einer Dreierkette. Im Spiel gegen Bielefeld könnte er sogar als linker Außenverteidiger in einer Viererkette auflaufen.
Schon in der Vorbereitung machte Doumbia mit starken Leistungen auf sich aufmerksam, bis er sich einen Kapselriss im Zeh zuzog. Dadurch fiel er für das Trainingslager aus, kehrte aber rechtzeitig zur Generalprobe gegen Werder Bremen zurück.
Sein Debüt in der 2. Liga gab Doumbia gegen Hannover, wo er in der zweiten Halbzeit glänzte und eine bessere Leistung zeigte als der ebenfalls junge Jannis Zaydan (19).
Trainer Wollitz warf ihn zur Pause ins kalte Wasser, nachdem sein Team in der ersten Halbzeit hinterherlief. „Dass er das so gut, so überzeugend und selbstbewusst macht, zeigt, warum Eintracht Frankfurt ihm einen langfristigen Vertrag gegeben hat“, lobte sein Coach.
Doumbia selbst berichtete TAG24: „Nein, ich war nicht nervös, es hat sich gut angefühlt und mir viel Spaß gemacht.“
Das war auch spürbar. Er agierte ruhig und abgeklärt wie ein erfahrener Spieler und meisterte seine Aufgabe mit Bravour. Dennoch hat er gewisse Unterschiede zur 5. Liga bemerkt, vor allem im Tempo und in der individuellen Qualität der Gegner.
Ob Doumbia gegen Bielefeld in der Startelf stehen wird, ist noch offen. Nach eigener Aussage fühlt sich der Linksfuß zwar noch nicht ganz bei 100 Prozent, „aber insgesamt gut, die Schmerzen sind fast vollständig verschwunden.“