Torfestival vorne, anfällige Abwehr – Kann Cottbus nur Spektakel bieten?
Cottbus – Ein wahres Torfeuerwerk in der Offensive, eine wackelige Defensive dahinter: Energie Cottbus sorgt mit aufregendem Fußball für Furore in der 2. Bundesliga – ganz so, wie es Trainer Pele Wollitz (61) vor der Saison angekündigt hatte.
„Es ist schon ein wenig verrückt, wie wir die letzte Spielzeit beendet haben, und genauso startet es nun wieder“, kommentierte Torschütze King Manu (22) das spektakuläre 4:4-Unentschieden in Wolfsburg.
Bereits in der 3. Liga hatte Energie mit turbulenten Partien und beeindruckenden Comebacks auf sich aufmerksam gemacht und setzt diesen Trend in der zweithöchsten Spielklasse nahtlos fort.
Nach vier Spieltagen fällt auf: In Begegnungen mit Energie Cottbus fallen die meisten Tore. Insgesamt 22 Treffer, also rund fünf bis sechs pro Partie. Ist Cottbus schlichtweg ein Garant für Spektakel?
Die Mannschaft von Wollitz verfolgt nach einigen Startproblemen genau das Prinzip, das ihr Trainer in der Sommerpause ausgegeben hat: „Wir werden mutig bleiben, angreifen und offensiven Fußball spielen.“
Nach dem Spiel in Wolfsburg bekräftigte der Coach nochmals: „Unsere Stärke liegt darin, nach vorne zu spielen. Unsere Chance ist es, wie heute an diese Überzeugung zu glauben.“
Doch gegen Wolfsburg offenbarte sich auch die Schattenseite: Die Gastgeber ließen Energie laufen, umspielten das Cottbuser Pressing geschickt und kreierten zahlreiche Torchancen.
Deshalb räumte Wollitz mit einem Augenzwinkern auf der Pressekonferenz ein: „Ich denke, dass wir nur selten ohne Gegentor bleiben werden. Das liegt aber auch an der Qualität der Gegner.“
Mit zwölf erhaltenen Gegentoren stellt Energie die anfälligste Defensive der Liga – im Schnitt drei pro Spiel. Diese Bilanz führt unweigerlich in den Abstiegskampf. Wollitz kommentierte: „Wir wollen junge Spieler einsetzen, wir wollen Spektakel bieten – und das bringt eben auch Risiken mit sich.“
Vor den Treffern zum 1:0 und 3:0 unterliefen Energie allerdings zwei gravierende individuelle Fehler, weshalb Wollitz mahnte: „Man kann über Fehler reden, aber in dieser Häufigkeit über vier Spiele verteilt ist das einfach zu viel.“
Dennoch widerspricht dies nicht dem offensiven Konzept, stellte Wollitz erneut klar. Die einfachste Lösung wäre, Spektakel-Fußball beizubehalten und gleichzeitig die Defensivfehler zu minimieren.
Nicht jede Woche gelingt es Cottbus, einen Rückstand von drei Toren aufzuholen. Wollitz äußerte seine Sorge: „Wir werden weiterhin viele Chancen bekommen, aber gibt es ein Team, das diese Fehler wegsteckt und trotzdem so positiv bleibt?“
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, ist Meister der 2. Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Gleiches gilt für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte spielt in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.