zurück

Eltern des verstorbenen Skifahrers (†25) in großer Aufregung: Neue Ermittlungen legen mögliche Fehler vor dem Unfall offen

Italien – Auch ein Jahr nach dem tödlichen Trainingsunfall ihres Sohnes, des italienischen Ski-Rennläufers Matteo Franzoso (†25), finden seine Eltern keine Ruhe.

Aktuelle Erkenntnisse aus neuen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft des italienischen Skiverbandes (FISI) versetzen die Hinterbliebenen erneut in Aufruhr. Die Akten deuten darauf hin, dass mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen und möglicherweise Fehler seitens der Trainer zum Tod des jungen Sportlers beigetragen haben könnten.

Während einer Trainingseinheit stürzte Franzoso schwer, wurde über zwei Sicherheitszäune geschleudert und prallte anschließend außerhalb der Piste gegen einen Holzzaun. Dabei zog er sich schwere Kopfverletzungen zu, wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag erlag der Italiener seinen Verletzungen.

Wie ein Bericht der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet, hatten mehrere Skifahrer bereits vor dem gefährlichen Abschnitt der Strecke gewarnt, auf dem sich der Unfall ereignete. Besonders wurde der Holzzaun hervorgehoben, gegen den Franzoso am Ende seines Sturzes aufprallte.

In den vorliegenden Dokumenten wird das Risiko als „vorhersehbar“ eingestuft, wobei „La Repubblica“ darauf hinweist, dass eine Verkettung verschiedener Umstände zum tödlichen Unfall geführt haben könnte.

Die Trainingsstrecke in La Parva, Chile, wurde von österreichischen Trainern ausgelegt und von den Italienern ohne Änderungen genutzt. Den Unterlagen zufolge haben die Trainer von Franzoso offenbar keine zusätzlichen Sicherheitsprüfungen vorgenommen. Dabei wird die Gestaltung und Absicherung der Strecke als unzureichend kritisiert.

Die Staatsanwaltschaft hebt hervor, dass die Bedingungen nicht den Sicherheitsanforderungen für Hochgeschwindigkeitstrainings entsprochen hätten.

Bereits vor Kurzem hatten die Eltern Marcello und Olga Franzoso beklagt, dass der tragische Tod ihres Sohnes einfach abgehakt worden sei, der Verband sie vergessen habe, ihnen nicht zuhöre und schweige.

Die neuen Ermittlungen bestätigen sie in ihrer Überzeugung, dass Matteo möglicherweise noch leben würde, wenn vor Ort bessere Maßnahmen getroffen worden wären. „Diese Untersuchungen machen deutlich, dass es Probleme gegeben hat. Warum wird der Fall einfach zu den Akten gelegt? Vielleicht funktioniert das rechtlich im Sportsystem so, aber wir wollen die Wahrheit erfahren“, erklärten sie gegenüber „La Repubblica“.

Der Verband reagierte inzwischen empört auf die Berichterstattung. In einer Pressemitteilung vom Donnerstag hieß es: „Diese unsensible, respektlose und unangemessene Veröffentlichung stellt Behauptungen auf, die den tragischen Tod von Matteo Franzoso mit den bevorstehenden Verbandswahlen in Verbindung bringen.“

Die FISI betonte, dass eine umfassende Untersuchung des tödlichen Unfalls stattgefunden habe und keine ausreichenden Gründe bestünden, um einzelne Verbandsmitglieder disziplinarisch zur Verantwortung zu ziehen. Gleichzeitig forderte der Verband jedoch weitere Untersuchungen in dem Fall.