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Elfmeter-Held Gersbeck: Hertha kämpft sich trotz Chancenwucher eine Runde weiter

Saarbrücken – Typisch Pokal! Hertha BSC zieht dank Marius Gersbeck in die nächste Runde des DFB-Pokals ein. Im Elfmeterschießen avancierte der Torwart mit zwei gehaltenen Strafstößen zum Matchwinner für die Berliner. Am Ende setzten sich die Berliner mit 4:2 nach Elfmeterschießen (1:1/0:0) gegen ein engagiertes Saarbrücken durch.

Die Alte Dame bestätigt damit ihre starke Verfassung, machte sich den Sieg allerdings unnötig schwer. Zahlreiche Chancen vergaben sie, die eigentlich für mehrere Spiele gereicht hätten. Allerdings mangelte es an der nötigen Effizienz. Diese bewiesen dann die Gäste beim Elferkrimi, bei dem zunächst alle Schützen trafen.

Der Sieg hat historische Bedeutung: Erstmals gelang den Berlinern ein Erfolg in Saarbrücken.

Hertha nahm den Schwung aus dem Ligastart mit und prüfte bereits in der vierten Spielminute Saarbrückens Schlussmann Kevin Broll durch einen Versuch von Deyovaisio Zeefuik.

Die Berliner blieben weiter am Drücker. Zunächst traf Zeefuik nur die Latte, kurz darauf klärte Broll einen Schuss von Jon Dagur Thorsteinsson gerade noch von der Linie.

Die Gäste dominierten die Partie klar, während der Pokalschreck der vergangenen Jahre kaum über die Mittellinie kam. Allerdings fehlte der Führungstreffer, sodass Saarbrücken im Spiel blieb und kurz vor der Halbzeit beinahe für eine Überraschung sorgte.

Auch nach der Pause kontrollierten die Hauptstädter das Geschehen. Besonders Kevin Sessa lieferte sich ein kleines Duell mit Torwart Broll, zog aber dreimal hintereinander den Kürzeren.

Das Tor schien verflucht zu sein. Thorsteinsson vergab erneut eine große Möglichkeit. Doch als vorne nichts klappte, musste eine Einzelaktion herhalten. Paul Seguin nahm all seinen Mut zusammen und hämmerte den Ball aus rund 25 Metern sehenswert in den Winkel – ein Traumtor, das endlich den Bann brach.

Bemerkenswert: Seguin hatte sich den Ball durch einen Fehlpass eigentlich selbst vorgelegt.

Die Berliner wollten nun alles klar machen, vergaben aber die Entscheidung – und wie so oft im Fußball rächte sich das. Nach einer schlecht geklärten Ecke traf Philip Fahrner zum Ausgleich. Dabei sah Gersbeck nicht gut aus, denn der Ball kam ziemlich zentral auf ihn zu. Ein bitterer späte Rückschlag.

So ging es in die Verlängerung, die vermeidbar gewesen wäre, da Hertha zu sorglos mit den Chancen umging. Dieses Bild setzte sich auch in der Verlängerung fort. Kurz nach Wiederbeginn hatte Pascal Klemens den erneuten Führungstreffer auf dem Fuß.

Unfassbar, wie viele Möglichkeiten Hertha liegen ließ. Auch Schuler scheiterte aus sechs Metern am Torerfolg. Brekalos Nachschuss verfehlte den Kasten nur knapp. Das sollte die letzte nennenswerte Chance bleiben.

Hertha musste ins Elfmeterschießen – mit dem besseren Ende für die Berliner, die sich besonders bei Marius Gersbeck bedanken konnten. Der Torhüter parierte gleich zwei Strafstöße. Florian Pick war der erste Schütze, der Nerven zeigte, dann scheiterte auch Kai Brünker an Gersbeck. Hertha steht somit in der nächsten Runde!

1. FC Saarbrücken – Hertha BSC 2:4 n.E. (0:0, 1:1, 1:1)

1. FC Saarbrücken: Broll – Fahrner, Cvjetinovic, Voet, Bretschneider (84. Rizzuto) – Gleiber (60. Vasiliadis), Sontheimer – Pick, Nankishi (74. Owusu) – Kühlwetter (84. Kamara), Staff (60. Brünker)
Hertha BSC: Gersbeck – Eitschberger, Gechter, Kolbe (64. Marton Dardai), Zeefuik – Seguin (87. Klemens), K. Sessa – Thorsteinsson (87. Alfa-Ruprecht), Gouram (73. Adewumi), Brekalo – Grönning (73. Schuler)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Gerolzhofen)

Zuschauer: 15.500 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Seguin (69.), 1:1 Fahrner (90.+2)

Elfmeterschießen: 0:1 Brekalo, 1:1 Cvjetinovic, 1:2 Gechter, Gersbeck hält gegen Pick, 1:3 Schuler, 2:3 Rizzuto, 2:4 K. Sessa, Gersbeck hält gegen Brünker

Gelbe Karten: Brünker (1), Vasiliadis (1) / Gechter (1), Adewumi (1), K. Sessa (1)