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Deutschland erlebt erstmals seit elf Jahren wieder einen WM-Kampf im Schwergewicht

Von Felix Schröder

Düsseldorf – Nach einer Pause von elf Jahren findet in Deutschland erneut ein bedeutender Schwergewichts-Weltmeisterschaftskampf statt: Agit Kabayel (34) verteidigt in Düsseldorf seinen WM-Titel.

„Dieses Gefühl ist kaum in Worte zu fassen. Natürlich kann ich es noch nicht ganz realisieren, aber die Vorfreude auf diesen Kampf ist riesig“, erklärte der 34-jährige Bochumer auf der Pressekonferenz vor seiner Titelverteidigung gegen den Albaner Nelson Hysa (42) am 28. November.

In der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena – damals noch unter anderem Namen bekannt – erlitt Wladimir Klitschko (50) vor elf Jahren im November 2015 eine bittere Niederlage gegen Tyson Fury (38), als er seine drei Gürtel verteidigte. „Ich war damals als Fan live dabei. Nun stehe ich selbst im Ring dieses Stadions“, berichtete Kabayel. Hätte ihm damals jemand prophezeit, dass er einst dort kämpfen würde, hätte er es nicht für möglich gehalten.

Nach diesem historischen Kampf durchlebte das deutsche Boxen eine lange Flaute. „Als die Klitschko-Ära zu Ende ging, hatte ich es sehr schwer und musste buchstäblich jeden Stein aus dem Weg räumen, um mir diese Position zu erarbeiten“, erzählte Kabayel. „Es war eine Achterbahnfahrt, eine wirklich wilde Fahrt“, fügte er hinzu.

Ende Juni wurde Kabayel während eines Urlaubs in Spanien kampflos zum Weltmeister des WBC-Verbandes gekürt, nachdem der ukrainische Star Oleksandr Usyk (39) seine drei Titel abgegeben hatte. Als Interims-Weltmeister war Kabayel somit der Favorit auf den Titel.

Vorher bewies er sich gegen mehrere starke Herausforderer und wartete lange auf die Chance auf einen echten WM-Kampf. Sein letzter Kampf fand im Januar statt, als er in Oberhausen vor 13.000 Zuschauern seinen Interims-Titel gegen den Polen Damian Knyba (30) erfolgreich verteidigte.

Kabayels Kontrahent Nelson Hysa ist – genau wie Kabayel – unbesiegt. Der Albaner war lange im olympischen Boxen aktiv, bevor er spät den Schritt ins Profi-Boxen wagte. „Bei meinem ersten Kampf als amtierender Weltmeister konzentriere ich mich nicht zu sehr auf meinen Gegner, sondern achte vor allem auf mich selbst“, betonte Kabayel. „Ich gehe als Titelträger in den Ring und es ist natürlich wichtig, dabei eine überzeugende Leistung zu zeigen.“

Am ersten Verkaufstag verkaufte Kabayels Management bereits 25.000 Tickets, aktuell sind mehr als 30.000 Eintrittskarten vergriffen. „Wir werden die Kapazität auf 40.000 erhöhen – das ist einfach unglaublich“, gab Manager Lasse Krüger bei DAZN bekannt.