Trotz beeindruckender Choreografie: Eislöwen vermasseln Saisonauftakt ausgerechnet gegen Kassel
Dresden – „Das ist ein herber Rückschlag, den wir nicht verharmlosen können“, erklärte Verteidiger Bruno Riedl nach dem ersten Spiel der DEL2-Saison. Die Dresdner Eislöwen unterlagen vor ausverkauftem Haus mit 4552 Zuschauern im Löwenkäfig unerwartet deutlich mit 3:7 (0:2, 2:2, 1:3) gegen den größten Rivalen aus Kassel.
Lag es an der Nervosität? Die Anhänger hatten zuvor eine ausgeklügelte Choreografie präsentiert. „Wir greifen neu an – gemeinsam und vereint“ stand dort geschrieben, begleitet von Bildern der Eislöwen Tomas Andres und Janick Schwendener neben Riedl. Für diesen ein besonderer Moment!
Doch die folgenden Spielminuten verliefen anders als von Verteidiger und Fans erwartet. „Die ersten 20 Minuten waren nicht überzeugend. Wir haben dem Gegner zu viel Platz eingeräumt“, kritisierte Trainer Bo Subr.
Riedl fügte hinzu: „Wir waren zu langsam, nicht konsequent nah am Mann. Die Pässe kamen nicht an – fast schon schläfrig.“
Die Konsequenz spiegelte sich auf der Anzeigetafel wider. Christopher Wilkie (4.) und Tristan Keck (11.) brachten die Hessen früh mit 2:0 in Führung. Kurz vor der ersten Pause verhinderte nur der Pfosten einen höheren Rückstand.
Bemerkenswert: Alle drei Treffer wurden über die Fanghand von Torwart Fabian Hegmann erzielt, der für den angeschlagenen „Schwendi“ einsprang. Subr gab „Fabi“ jedoch keine Schuld, sondern bemängelte die mangelhafte Defensivleistung seiner Vorderleute.
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel erhöhten die Huskies weiter. Brendan O'Donnell (21.) und Jimmy Martinovic (26.) stellten auf 0:4, woraufhin Hegmann vom Eis ging und Marvin Berbner ins Tor kam.
Die Fans skandierten: „Der ESC wird nie untergehen. Für immer ESC.“ Nun wachten auch die Gastgeber auf. Adam Helewka (34.) und Riedl (39.) verkürzten den Rückstand. Es schien also möglich, das Blatt noch zu wenden. „Am Ende fehlte uns jedoch die Kaltschnäuzigkeit und ein Quäntchen Geduld“, resümierte Riedl.
Matt White (44.) baute die Führung der Kasseler aus, Jan Nijenhuis (45.) konnte erneut verkürzen. Doch Jake Weidner (50.) und Darren Mieszkowski (53.) sorgten für die endgültige Entscheidung zugunsten der Huskies.
„Am Sonntag müssen wir wieder topfit sein. Unser Ziel ist es, jedes Spiel siegreich zu gestalten“, so der Eislöwen-Verteidiger. Um 18:30 Uhr startet das nächste Spiel in Memmingen.