Fehlstart gelungen! Schwerer Patzer von Atubolu – Eintracht wird von Augsburg förmlich überrannt
Frankfurt am Main – Zuerst eine vielversprechende Antwort, dann ein gnadenloses Scheitern! Der Start der Frankfurter Eintracht in die neue Saison ist gründlich misslungen. Am 2. Spieltag setzte es eine deftige 1:4 (1:0)-Niederlage gegen den FC Augsburg.
Was zum Teufel passiert hier? Diese Frage dürften sich wohl zahlreiche Fans gestellt haben, sofern sie nach dem Gang zur Toilette oder einer Bierpause rechtzeitig vor Beginn der zweiten Halbzeit wieder auf ihren Plätzen waren.
Innerhalb von nur 103 Sekunden (!) zerstörte die Eintracht alles, was sie sich im ersten Durchgang aufgebaut hatte. Trotz einer Führung wurden die Gastgeber von den Gästen förmlich überrannt. Arijon Ibrahimovic (46. Minute) und kurz darauf Robin Fellhauer sorgten für eine völlige Wende in einer bis dahin einseitigen Begegnung.
Beim zweiten Gegentor dürften viele Anhänger kaum glauben können, dass tatsächlich Neuzugang Noah Atubolu im Tor stand. Der Schlussmann unterlief ein folgenschwerer Fehlgriff, der an einige Patzer von Kaua Santos erinnerte.
Atubolu ließ einen harmlosen Schuss, der wie ein Rückpass wirkte, unnötig aus den Händen rutschen, sodass Fellhauer zum 1:2 einschieben konnte.
Und als ob das nicht schon genug wäre, fiel in der 65. Minute das dritte Tor – bereits das sechste Gegentor nach nur zwei Spieltagen! Der kurz zuvor eingewechselte Alexis Claude-Maurice stellte klare Verhältnisse her. Den Schlusspunkt setzte Fabian Rieder mit einem traumhaften Freistoß zum 1:4-Endstand in der 89. Minute.
Die inzwischen erschreckend fahrig agierenden Gastgeber versuchten zwar nochmal zurückzukommen, kamen jedoch kaum noch zu Chancen und wirkten defensiv oft zu langsam. Nach zwei Spielen steht lediglich ein Punkt auf dem Konto – ein Saisonstart zum Vergessen!
Dabei hatte der Beginn richtig Freude gemacht! Beim Heimdebüt von Trainer Adi Hütter, der von den Rängen erwartungsgemäß herzlich empfangen wurde, legten die Frankfurter mit viel Schwung los.
Engagiert, mit Druck und einigen gelungenen Kombinationen begeisterten die Hessen im Deutsche Bank Park. Bereits nach sechs Minuten gab es die erste Belohnung!
Nach drei Treffern beim bitteren Remis in Berlin glänzte Younes Ebnoutalib diesmal als Vorbereiter. Seine präzise Flanke konnte Sturmkollege Jonathan Burkardt per Kopf zur frühen Führung nutzen.
Vor allem Ebnoutalib imponierte mit einer starken Leistung, die von den Fans nicht zuletzt aufgrund seines Status als waschechter Frankfurter mehrfach mit Szenenapplaus honoriert wurde.
Wenn man den Hausherren im ersten Durchgang einen Vorwurf machen wollte, dann höchstens, dass sie es trotz überzeugender Leistung und bester Möglichkeiten versäumten, mit einem zweiten Treffer für mehr Sicherheit zu sorgen – eine Nachlässigkeit, die sich im zweiten Abschnitt rächen sollte.
Interessanterweise suchten Trainer Hütter und Sportvorstand Markus Krösche, denen zuletzt ein angespanntes Verhältnis nachgesagt wurde, vor dem Anpfiff das Gespräch. Hütter sprach im DAZN-Interview von einem „sehr ordentlichen Arbeitsverhältnis“ und widersprach Gerüchten über ein schlechtes Miteinander klar.
Krösche erklärte knapp: „Jeder hat manchmal seine Meinung.“ Insgesamt bestehe aber ein „sehr guter Austausch“.
Bundesliga, 2. Spieltag
Eintracht Frankfurt – FC Augsburg 1:4 (1:0)
Eintracht Frankfurt: Atubolu – Baum (69. Chandler), Koch, Brassier, Kosugi – Onyedika, Götze (69. Chaibi), Doan (87. Pimpong), Uzun (69. Amaimouni-Echghouyab) – Ebnoutalib, Burkardt
FC Augsburg: Dahmen – Banks, Matsima, Brackelmann (84. Gouweleeuw) – Wolf (72. Seol), Massengo, Rieder, Behrens, Ibrahimovic (61. Claude-Maurice), Fellhauer (61. Kömür) – Gregoritsch (72. Ribeiro)
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Bietigheim)
Zuschauer: 60.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Burkardt (6.), 1:1 Ibrahimovic (46.), 1:2 Fellhauer (47.), 1:3 Claude-Maurice (65.), 1:4 Rieder (89.)
Gelbe Karten: Keita Kosugi (1) / Banks (1)
Bundesliga-Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Die Mannschaft, die am Ende der Saison auf Platz 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) muss in die Relegation, wo er gegen den Drittplatzierten der 2. Bundesliga um den Klassenerhalt kämpft.