Frankfurter äußern sich klar nach der Pleite in Leipzig: „Wir müssen uns schämen“
Von Tom Bachmann
Frankfurt am Main/Leipzig – Ein enttäuschender Start für Eintracht Frankfurt in die Bundesliga-Saison: Nach fünf Spielen stehen lediglich fünf Punkte und satte 16 Gegentore zu Buche. Das 0:6-Debakel gegen RB Leipzig führte zu deutlichen Reaktionen.
„Die Führungsspieler haben erneut versagt. Bei einer 6:0-Niederlage sind gerade die erfahrenen Spieler gefragt, die Mannschaft zusammenzuhalten. Das ist uns nicht gelungen. Das tut richtig weh“, erklärte Nationalspieler Jonathan Burkardt (26) bei Sky.
Schon nach knapp fünf Minuten lagen die Frankfurter 0:2 zurück. Torhüter Noah Atubolu kritisierte: „Unsere Einstellung zu Beginn des Spiels war katastrophal. Sechs Gegentore auf diese Weise zu bekommen, ist völlig inakzeptabel.“
„Wir haben hier 6:0 verloren und müssen uns dafür schämen. So kann es nicht weitergehen“, fügte der 24-Jährige hinzu.
Doch wie sieht die Zukunft aus? Trainer-Adi Hütter (56), der wieder zurückgekehrt ist, hat personell schon viel ausprobiert, doch taktisch funktionierte in Leipzig weder die Dreier- noch die Viererkette defensiv. „Wir können uns nichts vormachen. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, als wären wir zwei Spieler weniger auf dem Platz“, sagte Atubolu.
Ein deutliches Signal setzte die Auswechslung von Kapitän Robin Koch zur Halbzeitpause. Der 30-Jährige erwischte wie fast alle Frankfurter keinen guten Tag, die Formkurve zeigt nach unten.
Vor allem die Gegentore häufen sich, wie schon unter den Vorgängern von Hütter, Dino Toppmöller (45) und Albert Riera (44). „Wir haben einfach viel zu sorglos verteidigt“, meinte Burkardt.
Statt sich nach dem 0:2 zurückzuziehen, habe jeder Spieler sein eigenes Spiel gemacht. „Es fehlt die Verantwortung, die jeder Einzelne übernehmen muss.“
Für Burkardt hatte die Niederlage auch eine persönliche Bedeutung: „Es tut mir leid für meine Eltern, die extra nach Leipzig gefahren sind, um sich so eine beschämende Vorstellung anzusehen“, so der Stürmer. Das schmerze ihn sehr.
Am Ende machte sich sogar der Gegner über die Frankfurter lustig. Da die Eintracht bereits in der letzten Saison mit 0:6 in Leipzig unterlegen war, fragte der bei Fußball-Traditionalisten wenig beliebte Club auf X, ob dieses Ergebnis nun schon Tradition sei.