Vom Fehlstart zum Retter in nur einer Woche: Atubolu macht seinen Fehler wieder wett, Eintracht feiert ersten Sieg in Mainz
Mainz – Es funktioniert doch! Die Frankfurter Eintracht musste gegen den 1. FSV Mainz 05 zwar kurz vor der Halbzeit eine brenzlige Situation überstehen, konnte am Ende jedoch mit dem 3:1-Auswärtserfolg den ersten Saisonsieg einfahren.
Wie dicht bei der Eintracht Glück und Pech derzeit beieinanderliegen, zeigte sich eindrucksvoll in den letzten Minuten der ersten Halbzeit.
Mit der 1:0-Führung durch Can Uzun, der bereits in der 9. Minute getroffen hatte, präsentierten sich Ritsu Doan und Raphael Onyedika im eigenen Strafraum gegen Sheraldo Becker ungeschickt.
Nach dem Pfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer stand Nadiem Amiri am Elfmeterpunkt bereit und hätte der Mannschaft von Trainer Adi Hütter in einer wieder einmal kritischen Phase der Saison den nächsten Rückschlag versetzen können.
Den mitgereisten Fans ging vermutlich ein „Nicht schon wieder“ durch den Kopf …
Doch anstatt des Ausgleichs ertönte in der 43. Minute eine Jubelwelle, die genauso laut war wie die Torhymne der Mainzer. Torwart Noah Atubolu, der beim Spiel gegen den FC Augsburg noch einen schweren Fehler begangen hatte und somit maßgeblich an der Niederlage beteiligt war, tauchte entschlossen in die rechte Ecke ab und parierte den Ball stark.
Nach sieben Gegentoren in den ersten zwei Partien und nur einem gewonnenen Punkt hätte das achte Gegentor womöglich erneut katastrophale Folgen haben können. Doch es kam anders: Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Jonathan Burkardt, der zuvor die Führung von Uzun vorbereitet hatte, auf 2:0 (45.+1).
Trainer Hütter reagierte auf den enttäuschenden Saisonstart, indem er Younes Ebnoutalib trotz seiner drei Tore und einer Vorlage zunächst auf die Bank setzte. Auch Mario Götze musste auf der Ersatzbank Platz nehmen, während Jeremiaha Maluze und Noël Aseko neu ins Team kamen.
Die Rückkehr zur Dreierkette sollte mehr Stabilität bringen, was zwar nicht immer perfekt gelang, sich aber dennoch als richtige Entscheidung erwies.
Unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp, der das Rhein-Main-Duell live in der Mewa Arena verfolgte, zeigte die Mannschaft von Hütter vor allem in der geordneten Spielweise eine solide Leistung. Gefahr entstand meist nur dann, wenn die Frankfurter zu weit nach vorne rückten und somit Räume offenbarten.
Die Abwehr hielt bis weit in die Schlussphase dicht, während Can Uzun mit seinem zweiten Treffer in der 60. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Auch hier bewies der Trainer das richtige Gespür: Das Tor bereitete der kurz zuvor eingewechselte Götze vor. Einen Gegentreffer konnten die Mainzer zwar noch erzielen, als Phillip Tietz in der 89. Minute zum 1:3-Endstand traf, doch das änderte am Erfolg der Eintracht nichts mehr.
Am kommenden Wochenende empfängt die Eintracht den SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr). Zeitgleich haben die Mainzer bei Borussia Mönchengladbach die Möglichkeit, nach der ersten Niederlage wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.
Bundesliga, 3. Spieltag
1. FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt 1:3 (0:2)
1. FSV Mainz 05: Zentner – Posch, Gruber, Potulski – Caci (62. da Costa), Sano, Mwene (74. Nakuzola), Amiri (85. Ruoppi), Lee (46. Königsdörffer) – Becker (74. Hollerbach), Tietz
Eintracht Frankfurt: Atubolu – Maluze, Koch, Brassier – Baum (87. Chandler), Aseko (59. Götze), Onyedika, Kosugi, Doan, Uzun (87. Amaimouni-Echghouyab) – Burkardt (73. Ebnoutalib)
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 33.300 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Uzun (9.), 0:2 Burkardt (45.+1), 0:3 Uzun (60.), 1:3 Tietz (89.)
Gelbe Karten: – / Onyedika (2), Götze (1)
Besondere Ereignisse: Amiri vergibt Strafstoß (43.)
Bundesliga Tabelle
Die Rangliste der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen ab in die 2. Bundesliga. Der Drittletzte auf Position 16 darf in der sogenannten Relegation um den Verbleib in der Liga spielen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.