„Richtig gefährlich“: Eberl nimmt Bayern-Stars nach zähem Sieg in die Pflicht
Von Eric Dobias
Spiesen-Elversberg/München – Beim mühevollen 2:1-Erfolg gegen Elversberg tat sich der FC Bayern lange Zeit schwer und konnte erst in der Schlussphase seiner Favoritenrolle gerecht werden. Diese Leistung führte zu deutlicher Kritik von Sportvorstand Max Eberl (52), der im Anschluss eindringliche Worte an die Mannschaft richtete.
„Die Erkenntnis ist, dass es mit nur geringem Nachlassen schnell richtig gefährlich werden kann. Das Spiel hat gezeigt: Egal ob gegen Elversberg, Dortmund oder Real Madrid – wir müssen in jedem Match an unser Limit gehen“, erklärte Eberl nach dem hart erkämpften Sieg des Rekordmeisters gegen den Überraschungsaufsteiger.
Der eher behäbige Auftritt der Startruppe vom Isarstrand in den ersten 60 Minuten gefiel Eberl überhaupt nicht, weshalb er die Profis für die bevorstehenden Herausforderungen in die Verantwortung nahm: „Wir verfügen über einen gut ausgewogenen Kader und einen starken Konkurrenzkampf. Jeder Spieler muss in jedem Spiel seine beste Leistung zeigen, um in der nächsten Partie wieder auf dem Platz zu stehen.“
Die klare Botschaft lautet: Wer nicht voll mitzieht, muss auf der Bank Platz nehmen.
Auch Trainer Vincent Kompany (40) äußerte sich kritisch zur bis zum Ausgleich schwachen Vorstellung. „Unser Tempo war nicht zufriedenstellend, und in den Zweikämpfen waren wir nicht so präsent, wie wir es gewohnt sind“, bemängelte der Belgier.
Erst als Maurice Krattenmacher (61. Minute) mit einem Traumtor den Gleichstand herstellte, rüttelte das den Favoriten auf und belebte ihn. Zuvor hatte Lennart Karl (26.) die Bayern in Führung gebracht.
Harry Kane (33) sorgte schließlich für den Siegtreffer, den der englische Stürmer als „sehr wichtig“ bewertete. Noch entscheidender sei jedoch: „Unabhängig davon, wer beginnt oder von der Bank kommt, muss jeder bereit sein, 110 Prozent zu geben. Das hat man heute gesehen, als die Jungs eingewechselt wurden. Wir hatten mehr Energie, waren im Eins-gegen-eins direkter und kreierten zum Ende hin deutlich mehr Chancen“, so Kane.
Eberl sah das ähnlich: „Nach dem 1:1 haben wir einen Gang höher geschaltet. Plötzlich waren wir spritziger, das Gegenpressing funktionierte, die Aggressivität war da. Doch wenn du erst am Ende zulegst, hast du davor vielleicht ein bisschen zu wenig gemacht“, gab der Sportvorstand eine leise Kritik an der auf sieben Positionen veränderten Anfangsformation ab.