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Trauer um eine DDR-Fußballikone: Eberhard Vogel ist verstorben

Chemnitz/Jena – Als Vereinslegende, DDR-Nationalspieler und späterer Trainer hinterließ Eberhard Vogel im ostdeutschen Fußball eine bleibende Wirkung. Nun ist der ehemalige Profi, liebevoll „Matz“ genannt, von uns gegangen.

Wie der MDR aus dem Familienkreis erfuhr, verstarb Vogel am Dienstag im Alter von 83 Jahren nach langer, schwerer Krankheit.

Der Regionalligist Carl Zeiss Jena bestätigte kurz darauf den traurigen Verlust seines Rekordspielers: „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden. Wir zollen Respekt für das Lebenswerk dieses außergewöhnlichen Fußballers und Menschen, der unvergessen bleibt“, teilte der Verein auf seiner offiziellen Homepage mit.

„Mit seinem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, deren Wirken untrennbar mit unserem FC Carl Zeiss Jena und seiner erfolgreichsten Epoche verbunden war.“

Obwohl Vogel im sächsischen Frankenberg geboren wurde, prägte er nicht nur den FCC maßgeblich, sondern auch den FC Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitzer FC), bei dem er ebenfalls Vereinsgeschichte schrieb.

In der DDR-Oberliga absolvierte der einstige Stürmer zwischen 1961 und 1982 insgesamt 440 Partien für diese beiden Teams – mehr Einsätze als jeder andere Spieler in dieser Liga.

Zudem erzielte Vogel 188 Tore. Nur Joachim Streich (229 Treffer, †71), der Rekordtorschütze der Oberliga, liegt vor ihm.

In seiner über zwei Jahrzehnte andauernden Laufbahn sammelte Vogel neben zahlreichen Einsätzen und Toren auch einige Titel: 1967 gewann er mit Karl-Marx-Stadt die Meisterschaft, später folgten mit Jena drei FDGB-Pokalsiege (1972, 1974, 1980).

Auf nationaler Ebene machte sich Vogel ebenfalls einen Namen: Für die DDR-Auswahl stand er genau 100-mal auf dem Platz und erzielte dabei 35 Tore.

Bei Olympischen Spielen durfte der Sachse zweimal auf dem Podium stehen: 1964 in Tokio und 1972 in der Bundesrepublik errang er jeweils die Bronzemedaille.

„Er war ein herausragender Stürmer, der in jeder Weltklassemannschaft mitgespielt hätte“, lobte Trainerlegende Hans Meyer (83) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Besonders hob der frühere Teamkollege und spätere Chefcoach Vogels Spiel auf der Außenbahn hervor: „Seine Interpretation der Position des Linksaußen wäre ein Lehrbeispiel gewesen.“

Nach dem Ende seiner aktiven Zeit blieb Vogel dem Fußball weiterhin verbunden und wechselte auf die Trainerposition.

Zwischen 1983 und 1990 arbeitete er zunächst für den DDR-Fußballverband. Nach der Wiedervereinigung führte ihn sein Weg zu verschiedenen Klubs in ganz Deutschland.

Seine Trainerstationen umfassten unter anderem Hannover 96 (1992-1993), den 1. FC Magdeburg (2000-2001) sowie den Dresdner SC (2002-2003). Sogar ins Ausland zog es ihn, wo er die Nationalmannschaft Togos von 1997 bis 1998 betreute.

Erstmeldung um 11.33 Uhr, letzte Aktualisierung um 13.24 Uhr