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Yin und Yang: So ticken die jungen Talente bei Dynamo

Windischgarsten (Österreich) – Für den Saisonstart scheint bei Dynamo die Innenverteidigung mit Thomas Keller (26) und Ahmet Muhamedbegovic (27) gesetzt zu sein. Doch im Hintergrund warten zwei Nachwuchsspieler ungeduldig auf ihre Chance. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Während der eine eher zurückhaltend und schüchtern wirkt, zeigt der andere sich souverän und selbstsicher. Die Rede ist von Friedrich Müller (20) und dem Neuzugang Till Neininger (19).

„Interviews sind nicht so mein Ding“, gesteht Müller offen. „Ich bin eher der ruhige Typ.“ Bei seiner ersten großen Pressekonferenz im Trainingslager in Windischgarsten ist er sichtlich nervös – etwas, das man vom 20-Jährigen in seinen 13 Einsätzen in der 2. Liga bislang nicht kannte. Dennoch bewältigt er die Fragen der Journalisten souverän, antwortet knapp und präzise, ohne lange Erklärungen.

Neininger, der vom VfL Wolfsburg ausgeliehen ist, ist mit 19 Jahren noch etwas jünger. Er fällt nicht durch lockere Sprüche auf, aber seine gelassene Ausstrahlung beeindruckt. Sprachlich punktet der Neuling mit einer klaren, fehlerfreien Ausdrucksweise – ohne Füllwörter oder Unsicherheiten – und strahlt dabei stets Zuversicht aus.

Bisher hat Neininger im Herrenbereich noch kein Spiel bestritten, stand aber schon mehrmals im Profikader. „Wenn dann ein Traditionsverein wie Dresden anklopft, kann man einfach nicht ablehnen“, begründet er seinen Wechsel.

„Wolfsburg hat diese Saison andere Prioritäten, für mich ist Dresden der bessere Weg“, so der junge Verteidiger, der zuvor in Braunschweig lebte. „Und als ich hier ankam, sah ich als Erstes den Braunschweig-Bus vor dem Hotel“, erzählt er lachend. Die Eintracht ist nämlich ebenfalls im selben Hotel untergebracht.

Überraschend für ihn war, wie gut die Medien auf ihn vorbereitet waren. Sie hatten herausgefunden, dass Tennis neben Fußball seine zweite große Sportleidenschaft ist. In jungen Jahren spielte er sogar in der Landesauswahl von Niedersachsen. „Ja, das stimmt“, bestätigt Neininger. „Aber ich habe mich bewusst für den Mannschaftssport entschieden, der mir immer mehr lag.“

In Dresden will er nun den nächsten Schritt in seiner Karriere machen, möglicherweise gemeinsam mit Müller. „Natürlich erwarte ich nicht, sofort Stammspieler zu sein, ohne bereits ein Männerspiel absolviert zu haben“, zeigt er sich bescheiden. „Ich will vor allem lernen und sehen, was möglich ist.“

Ähnlich sieht es auch „Friede“ Müller, obwohl er schon auf 13 Einsätze zurückblicken kann. Weitere sollen folgen.

„Ich habe ein Ziel, das behalte ich aber für mich“, verrät er und begegnet der neuen Konkurrenz entspannt: „Das motiviert mich. Von neuen Kollegen kann man viel lernen, und ich finde es gut, dass es Konkurrenz gibt“, erklärt Müller. Zwei ganz verschiedene Persönlichkeiten – aber zwei coole Typen bei Dynamo.