Warum findet das Spiel von Dynamo erneut am Abend gegen Hertha statt? Stürmer-Star vermutet keine Zufälligkeit!
Dresden – Vincent Vermeij (32), Stürmer von Dynamo Dresden, äußert genau das, was viele schon länger irritiert: Die Anstoßzeit am Samstag gegen Hertha BSC ist wieder 20.30 Uhr – genau wie beim Spiel im April, das von Ausschreitungen überschattet wurde. „Ich habe irgendwie das Gefühl, dass das absichtlich so gelegt wurde“, erklärt der 32-Jährige.
„Das kann kein Zufall sein. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht“, sagt der Niederländer und schüttelt den Kopf. „Das, was im April passiert ist, hätte nicht sein müssen. Das hat jeder mitbekommen. Ich hoffe, dass alle Sicherheitsvorkehrungen am Samstag greifen und wir ein schönes Spiel erleben – diesmal mit einem besseren Ausgang als damals“, so Vermeij weiter.
Die Hauptverantwortung für die Spielansetzung liegt bei RTL, dem Privatsender, der die Begegnung am Samstag im Free-TV überträgt. Doch auch andere Beteiligte, darunter die Polizei, haben dem Termin zugestimmt.
Das überrascht nicht nur Vincent Vermeij. Gibt es jemanden, der hofft, dass es erneut zu Ausschreitungen kommt? Am Karsamstag gab es auf den Tribünen Pyrotechnik, auf dem Spielfeld Jagdszenen und Raketenwürfe in die Zuschauermenge – insgesamt wurden 17 Menschen verletzt. Die Vorfälle sorgten in ganz Deutschland für Aufsehen, ähnlich wie die jüngsten Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern.
Die Dresdner Polizei betonte gegenüber der Sport Bild, dass sie „die Erfahrungen aus früheren Begegnungen, insbesondere die Vorfälle aus der Vorsaison, sehr ernst nehme“. Das Duell wurde in die Kategorie 1 eingestuft, bei der ein hohes Sicherheitsrisiko angenommen wird.
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Eine Konsequenz aus dem Oster-Spiel: Die Gästeblöcke bei beiden Begegnungen in dieser Saison dürfen nur halb gefüllt werden.
Dieser Teilausschluss soll weiteren Krawallen vorbeugen – ebenso wie erweiterte Pufferzonen rund um den Gästebereich und personalisierte Eintrittskarten. Bei den Hertha-Anhängern stießen diese Maßnahmen erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe. Die aktive Fanszene rief zum Boykott des Auswärtsspiels auf. Auch Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich (59) gab gegenüber der Sport Bild zu, dass der Kartenverkauf „sehr schleppend“ verlaufe. Laut Informationen von TAG24 sollen lediglich 600 Gästefans mitreisen, obwohl 1400 Plätze verfügbar gewesen wären.
Für Dynamo-Trainer Thomas Stamm (43) stellt das Spiel hingegen eine Chance dar, „Fußball-Deutschland zu zeigen, dass wir es auch anders können. Vielleicht muss es auch so sein. Sonst landen wir irgendwann an einem Punkt, an dem Spiele mit Potenzial ohne Zuschauer stattfinden. Das wäre eine Katastrophe.“
Diese Ansicht teilt auch Stürmer Vincent Vermeij.