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Vor 26 Jahren sollte er bei Dynamo Dresden für Ruhe sorgen: Heute steht Trainer Cor Pot mit Curaçao gegen Deutschland auf dem Platz

Dresden/Houston – In einer turbulenten Phase vor 26 Jahren wurde Cor Pot als Hoffnungsträger verpflichtet, um bei Dynamo Dresden wieder Ordnung ins Chaos zu bringen. Obwohl der ruhige und kompetente Coach unter äußerst schwierigen Umständen wenig bewirken konnte, bleibt er in Erinnerung. Am Sonntagabend wird der 75-Jährige, ehemaliger Trainer der Schwarz-Gelben, als Assistent von Curaçaos Cheftrainer Dick Advocaat (78) an der Seitenlinie stehen, wenn die deutsche Nationalmannschaft um 19 Uhr in Houston in die Fußball-WM 2026 startet.

Schon als Spieler bei Sparta Rotterdam wurde er wegen seines Aussehens „George Clooney von Rotterdam“ genannt. Im März 2000 übernahm er das Amt bei der SGD von Colin Bell (64), dessen bizarre Aktionen zuvor für viel Aufsehen gesorgt hatten.

Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt als Trainer trat der gesamte Aufsichtsrat zurück, wodurch der damals 49-jährige Niederländer nicht nur als Chefcoach, sondern auch als Technischer Direktor tätig werden musste – ein enormer Kraftakt.

Mit seiner charakteristischen Föhnfrisur (seine Teamkollegen hängten ihm zur Rückkehr nach Rotterdam als Scherz einen Föhn in die Kabine) versuchte der besonnene Pot, das unruhige Umfeld bei Dynamo zu stabilisieren. Allerdings blieb sein Einfluss begrenzt, was eher an der schwachen Mannschaftsqualität als an seinen Führungsqualitäten lag.

In den folgenden Wochen verpasste Dynamo die Qualifikation für die neu eingerichtete zweigleisige Regionalliga und musste in der Saison 2000/2001 erstmals seit 1957 wieder auf Viertliga-Niveau in der Oberliga antreten.

Nach nur einem Jahr wurde Pot wegen mangelnder Erfolge entlassen. Sportlich hinterließ der Niederländer bei schwierigen Voraussetzungen nur geringe Spuren, während er bei den Damen in Elbflorenz schon mehr Begeisterung hervorrief.

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Pot war ein erklärter Frauenverständnis-Experte und -Liebling, verbrachte gerne Zeit am Klavier seines Dresdner Hotels und gewann so die Herzen vieler Frauen. In seiner 2018 erschienenen Biografie „Mooie Cor“ („Schöner Cor“) gestand er, seinen Freunden viele Ratschläge im Umgang mit Frauen gegeben zu haben.

„Sei höflich, zeige echtes Interesse, rede nicht zu viel über dich selbst und sei klar – das lieben Frauen“, verriet er später sein Erfolgsrezept. Trotz allem traf ihn der Schock, als seine Frau Carla 2006 nach 24 gemeinsamen Jahren die Scheidung einreichte.

„Ich war völlig fassungslos, verstand ihre Entscheidung nicht und verbrachte eine Woche weinend im Bett“, erinnerte sich Pot. Genau in dieser schweren Zeit traf er zufällig auf Dick Advocaat, der heute Curaçaos Cheftrainer ist. Die Begegnung am Amsterdamer Flughafen Schiphol war der Beginn einer unvergesslichen gemeinsamen sportlichen Reise.

„Ohne dieses zufällige Treffen am Flughafen hätte sich mein Leben ganz anders entwickelt. Ich hatte großes Glück, denn Dick wurde zum konstanten Bezugspunkt in meinem Leben“, schrieb Pot in seiner Biografie.

Advocaat nahm ihn als Co-Trainer mit zu Zenit St. Petersburg, wo sie 2008 gemeinsam den UEFA-Pokal gewannen. Im Dezember desselben Jahres mussten sie den Klub allerdings verlassen.

Danach trennten sich ihre Wege vorübergehend. Pot übernahm das Traineramt der niederländischen U21-Nationalmannschaft und leitete später XerxesDZB Rotterdam, bevor er im August 2016 erneut Advocaat assistierte – diesmal bei Fenerbahce Istanbul.

Nach nur zehn Monaten endete diese Zusammenarbeit am Bosporus. Im Dezember 2017 kehrten beide zu Pots ehemaligem Klub Sparta Rotterdam zurück, um den Verein vor dem Abstieg aus der Eredivisie zu bewahren. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch. „Das war der Tiefpunkt meiner Karriere. Dieser Rückschlag traf auch Dick hart, denn wir waren fest überzeugt, es schaffen zu können. Bei so viel Pech wurde es sehr schwer. Vielleicht haben wir zu oft gewechselt und dadurch keine klare Stabilität geschafft. Das ist mein größter Vorwurf an uns“, schrieb Pot in seinem Buch.

Es folgten Stationen bei Feyenoord Rotterdam, der irakischen Nationalmannschaft und seit Januar 2024 eben Curaçao. Advocaat trat nach erfolgreicher WM-Qualifikation am 23. Februar aus persönlichen Gründen zurück. Doch nach dem Rücktritt seines Nachfolgers Fred Rutten (63) wird er nun am Sonntagabend gemeinsam mit Cor Pot erneut auf der Trainerbank sitzen.