Zu späte Auswechslungen? So reagiert Dynamo-Trainer Stamm auf die Kritik
Dresden – Wird Thomas Stamm (43) zu spät tätig? Diese Kritik findet sich schon länger in zahlreichen Kommentarspalten und Foren, nicht erst nach dem letzten Spiel in Osnabrück. Häufig wird dem Cheftrainer von Dynamo Dresden vorgeworfen, zu zögerlich bei Wechseln zu sein. Doch trifft das wirklich zu?
„Ich verfolge die sozialen Medien nicht aktiv. In Osnabrück haben wir den ersten Wechsel ungefähr in der 60. Minute vorgenommen. Dabei gehen wir davon aus, dass die Spieler auch 70 Minuten durchhalten sollten“, entgegnet Dresdens Coach.
Außerdem ergänzt er: „Wir haben mit Jakob Lemmer und Christoph Daferner bereits früh ausgewechselt, um frische Impulse zu setzen. Manchmal geht es auch darum, den richtigen Moment abzupassen. Bis zur 70. oder 75. Minute waren wir im Spiel gut drin.“
Beim Spiel an der Bremer Brücke wurde Daferner in der 69. Minute für Vincent Vermeij (32) eingewechselt, Lemmer kam in der 82. Minute für Niklas Hauptmann (30). Erst in der 88. Minute folgten weitere drei Wechsel.
„Wir hatten das Spiel gut unter Kontrolle und konnten einige schnelle Umschaltaktionen setzen. Anschließend wollten wir taktisch umstellen. Unser Plan war, nach einer Standardsituation zu wechseln – nicht davor, wie wir es normalerweise machen. Ein Wechsel um die 60. Minute herum ist meiner Meinung nach früh“, erklärt Stamm.
Und weiter: „Wenn ich mich von dem beeinflussen lassen würde, was geschrieben wird... Jeder hat natürlich seine eigene Sichtweise, und das ist auch völlig in Ordnung. In den sozialen Medien ist es jedoch sehr einfach, schnell eine Meinung abzugeben“, so seine Einschätzung.
Der Schweizer Trainer hält wenig von der Kritik, „weil niemand aus dem Umfeld tatsächlich mit den Spielern arbeitet. Letztlich liegt die Verantwortung bei mir, und ich habe das Privileg, diese Entscheidungen gemeinsam mit meinem Trainerstab zu treffen. Manchmal setzt man einen Spieler ein und trifft genau die richtige Wahl – dann wird das von allen gelobt und als hervorragende Entscheidung dargestellt.“
Allerdings verlief es mit diesem „guten Händchen“ in den ersten sieben Saisonpartien eher schleppend. Ein Einwechselspieler konnte bislang nur einmal direkt punkten: Tobias Raschl (26) lieferte bei seinen vier Einwechslungen einen Assist – beim 3:5 in Heidenheim.
„Wie der Spielstand war, als man reinkommt, ist entscheidend. Die Frage ist doch: Hat man eher etwas zu gewinnen oder zu verlieren?“, kontert Stamm.
Der 43-Jährige sieht die Ursache vor allem im mentalen Bereich: „Die Spieler, die eingewechselt werden, sollen nicht das Gefühl haben, dass sie jetzt alles richten müssen. Vielmehr sollen sie mit ihrer Spielweise und dem Vertrauen in die Mannschaftsqualität durch sichere Ballkontrolle, Torgefahr und Einsatzbereitschaft zeigen, dass sie ein wichtiger Teil des Teams sind. Vielleicht müssen wir wegkommen von der Vorstellung, dass es nur um diese einzelnen Spieler geht, stattdessen sind sie integraler Bestandteil der Mannschaft.“
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Tabelle 2. Bundesliga
Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist wie folgt: Derjenige, der am Saisonende den 1. Platz belegt, wird Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Gleiches gilt für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte spielt in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.