Covic-Märchen reicht Dynamo nicht: Dresden verliert Führung, Hertha bleibt ungeschlagen
Dresden – Dynamo Dresden hätte der Hertha am Samstagabend unter Flutlicht fast die ersten Punkte dieser Saison abgenommen – doch am Ende blieb es nur fast dabei. Die Berliner „Alte Dame“ drehte durch einen Doppelpack von Jon Dagur Thorsteinsson einen frühen Rückstand und sicherte sich so die vollen drei Punkte, während die Schwarz-Gelben eine schmerzliche 1:2-Niederlage hinnehmen mussten.
Dabei begann alles wie im Märchen für die Gastgeber. Ausgerechnet Patrice Covic, gebürtiger Berliner, erzielte bei seinem Startelf-Debüt die Führung gegen seinen Ausbildungsverein, bei dem sein Vater noch immer die U19 betreut.
Diese Geschichte war beinahe zu schön, um wahr zu sein – fand auch Jon Dagur Thorsteinsson. Mit dem ersten wirklich gefährlichen Angriff der Gäste erzielte der Isländer ohne Umschweife den Ausgleich.
Nach einem Protest der SGD-Fans zu Beginn der zweiten Halbzeit mit Bannern und Gesängen gegen den DFB entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch mit zahlreichen guten Chancen auf beiden Seiten. Am Ende hatten jedoch die Berliner das bessere Ende für sich, als Thorsteinsson zehn Minuten vor Schluss mit einem präzisen Schuss erneut traf.
Hertha bleibt damit ungeschlagen und setzt mit sechs Siegen aus sechs Begegnungen sogar zum Angriff auf den Rekord für den besten Saisonstart in der 2. Bundesliga an (Hannover 96 1986/87 mit acht Erfolgen). Für Dynamo hingegen bedeutet die Niederlage einen herben Rückschlag und den bitteren Gang als Vorletzter in die lange Länderspielpause.
Endstand:
Dynamo Dresden – Hertha BSC 1:2
Tore: 1:0 Patrice Covic (10.), 1:1/1:2 Jon Dagur Thorsteinsson (29./80.)
Alle Höhepunkte könnt Ihr in unserem TAG24-Liveticker noch einmal nachverfolgen.
Zum Spielverlauf sagte der Trainer der Gäste: „Ich bin sehr zufrieden, sowohl mit der Spielweise als auch mit dem Ergebnis. Ein großes Lob geht auch an Thomas Stamm und seine Mannschaft. Wir hatten zu Beginn große Schwierigkeiten ins Spiel zu kommen und gerieten verdient in Rückstand. In der zweiten Hälfte zeigten wir dann jedoch eine starke Leistung und drehten das Spiel.“
Zum Matchwinner Thorsteinsson ergänzte er: „Durch seine Position hatte Thorsteinsson heute viel Raum in der Mitte. Er gehört zu unseren besten Torschützen. Vielleicht hat er sich in den letzten Wochen auch das nötige Quäntchen Glück erarbeitet.“
Dresdens Coach äußerte sich zum Spiel folgendermaßen: „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gezeigt und hätten vielleicht noch nachlegen können, wenn ich an die Chance von Vince (Vermeij) denke. Beim Ausgleich hätten wir enger verteidigen müssen. In der zweiten Halbzeit waren wir dann nicht mehr fähig, die schnellen Konter der Hertha zu verteidigen, deshalb haben wir letztlich verloren.“
Zur großen Laufbereitschaft seines Teams sagte Stamm: „Letztlich sind intensive Läufe und Sprints wichtiger als die reine Laufdistanz. In der zweiten Hälfte haben wir zu viele schnelle Ballverluste gehabt und konnten den Ball nicht mehr kontrollieren. Die gute Laufleistung zeigt, dass die Jungs alles geben, aber wir müssen sauberer spielen.“
Zum ersten Gegentor erklärte er: „Rapp setzt einen kurzen Block, aber wenn wir aktiver gewesen wären, wäre das nicht durchgekommen. Man muss mutiger sein und früher aus der Kette herausrücken.“
Über die Niederlagen gegen die Top-Drei der Liga meinte Stamm: „Das hat auch ein Kollege aus meinem Trainerteam gesagt, aber wir müssen den Anspruch haben, gegen alle Gegner Punkte zu holen. Die Tabelle nach sechs Spielen ist noch nicht entscheidend. Wir können nicht sagen, wir verlieren gegen die ersten Drei und holen die Punkte gegen die anderen. Wir wollen gegen jeden Gegner etwas mitnehmen.“
Zur bevorstehenden langen Pause sagte er: „Als Trainer möchte man schnell an Dingen arbeiten, aber die Pause kann uns auch helfen, den Kopf frei zu bekommen. Für vieles, das wir gut machen, werden wir nicht belohnt. Jetzt ist die Chance, den Reset-Knopf zu drücken.“
Abpfiff: Die Partie endet mit einer 1:2-Niederlage für Dynamo Dresden trotz Führung, während Hertha weiterhin ohne Makel bleibt.
90. Minute +3: Fast das 3:1 für Berlin! Nilsson steigt am Fünfmeterraum zum Kopfball hoch, verfehlt aber knapp das Tor.
90. Minute +1: Zunächst noch eine Chance für die Gäste. Gouram versucht es aus der Distanz, doch Schreiber pariert glänzend zur Ecke.
90. Minute: Es werden fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt, Dynamo hat noch fünf Minuten Zeit.
89. Minute: Bobzien verliert den Ball leichtfertig, eine flache Flanke von Rossipal landet im Nichts.
88. Minute: Raschl präsentiert sich als schlechtes Beispiel – der Mittelfeldspieler hat viel Raum auf rechts, spielt aber den Ball zum Gegner.
87. Minute: Die Zeit läuft gegen Dynamo, doch zündende Ideen fehlen noch.
84. Minute: Kann sich Dresden noch von diesem späten Rückschlag erholen oder bleibt die Hertha in dieser Saison ungeschlagen?
80. Minute: TOR für Hertha – Thorsteinsson vollendet seinen Doppelpack. Aus zentraler Position zieht der Isländer aus rund 17 Metern ab, der Ball schlägt trocken am rechten Pfosten ein.
79. Minute: Hertha hat Glück, Daferner wird im Strafraum frei, vergibt aber kläglich und schießt über das Tor.
77. Minute: Riesenglück für Dresden! Rossipal verschätzt sich bei einem langen Ball, Alfa-Ruprecht ist durch. Im Eins-gegen-eins mit Schreiber zeigt der Youngster Nerven und trifft nur den Torwart.
76. Minute: Hertha erhöht den Druck und setzt Dynamo hinten fest. Die Gastgeber wehren sich, Müller blockt einen Schuss von Thorsteinsson ab.
74. Minute: Stamm wechselt dreifach: Lemmer, Sterner und Müller ersetzen Covic, Straudi und Rapp.
73. Minute: Nach einer Ecke kommt Nilsson erneut gefährlich zum Abschluss, die Dresdner Defensive klärt jedoch gemeinschaftlich.
72. Minute: Brekalo startet über links und legt zurück auf Nilsson, der sehenswert mit der Hacke abschließt. Der abgefälschte Schuss landet knapp neben dem Tor.
69. Minute: Riesenchance für Dynamo! Ein Angriff über links landet bei Bobzien, der jedoch zu viel Dribbling zeigt. Der Pass wird im letzten Moment von Gersbeck abgefangen.
65. Minute: Stamm bringt Daferner und Raschl für Vermeij und Hauptmann.
64. Minute: Das Spieltempo ist hoch. Bobzien kombiniert mit Rossipal, dessen flache Hereingabe jedoch zu ungenau ist und ins Leere geht.
63. Minute: Adewumi versucht es, doch Schreiber ist zur Stelle und hält sicher.
61. Minute: Dynamo greift wieder an, doch Vermeij spielt einen schlechten Pass auf Bobzien, es wäre mehr drin gewesen.
57. Minute: TOR für Hertha – aber der Treffer wird zurückgenommen! Adewumi köpft eine Brekalo-Flanke ein, doch der VAR erkennt, dass der Österreicher mit der Hand gespielt hat. Es bleibt beim 1:1.
56. Minute: Dynamo antwortet mit einer Covic-Flanke, die jedoch keinen Abnehmer findet.
53. Minute: Das hätte das 2:1 für Hertha sein müssen! Adewumi setzt sich rechts durch und legt mustergültig auf Nilsson ab, der das Leder jedoch über die Latte schießt.
50. Minute: Rossipal muss nach einem Fehler im Spielaufbau gegen Thorsteinsson aushelfen.
46. Minute: Zu Beginn der zweiten Hälfte protestieren Dynamo-Fans mit einer Choreografie gegen den DFB. Auf Bannern steht: „Krawallspiel zur besten Sendezeit? – Stimmt das Geld, steht ihr bereit“. Dazu skandieren sie „Fußballmafia DFB“.
46. Minute: Bei Hertha gibt es einen Wechsel: Grönning verlässt das Feld, Neuzugang Gustaf Nilsson kommt.
46. Minute: Die zweite Halbzeit läuft im Rudolf-Harbig-Stadion.
Halbzeitfazit: Dynamo startete vor einer beeindruckenden Kulisse fulminant und überraschte die Hertha, die mit fünf Siegen in die Saison gestartet war. Patrice Covic erzielte bei seinem Startelf-Debüt gegen seinen Ausbildungsverein das frühe Tor – eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Die Gastgeber blieben aggressiv, doch Hertha kämpfte sich ins Spiel und glich durch Thorsteinsson aus. Ab der 37. Minute hätte Hertha sogar in Unterzahl spielen können, wenn Schiedsrichter Dingert gegen Bobzien oder in der Szene davor konsequenter gewesen wäre.
Halbzeitstand: 1:1.
45. Minute +1: Hertha bleibt gefährlich, Muhamedbegovic rettet in letzter Sekunde. Es werden drei Minuten Nachspielzeit angezeigt.
45. Minute: Kurz vor der Pause wäre Hertha beinahe in Führung gegangen, als Thorsteinssons Hereingabe durchkam, doch Straudi klärte auf der Linie.
43. Minute: Gute Möglichkeit für Dresden! Covic bedient Bobzien, der durch Vermeijs Fuß gebremst wird. Trotzdem zieht Bobzien gekonnt in die Mitte und schießt, doch Gersbeck pariert.
41. Minute: Schiedsrichter Dingert zeigt sich bei den Verwarnungen gegenüber Hertha-Spielern sehr nachsichtig, was bei Trainer Thomas Stamm für Ärger sorgt, der eine Ermahnung vom Unparteiischen erhält.
40. Minute: Rapp bleibt nach einem Zweikampf am Boden liegen, es sieht schlimmer aus als es ist, er kann weitermachen.
38. Minute: Bobzien verletzt sich ebenfalls kurz und muss behandelt werden, kann aber weiterspielen, woraufhin das Publikum applaudiert.
37. Minute: Mads Pedersen foult den durchbrechenden Bobzien und sieht Gelb. Mancher hätte hier sogar über eine rote Karte diskutieren können, doch Dingert zeigt Nachsicht.
36. Minute: Muhamedbegovic erhält Gelb für das Wegschlagen des Balls nach einem Einwurf.
35. Minute: Bobzien geht auf links ins Dribbling, seine Flanke wird aber von Gechter per Kopf abgewehrt.
32. Minute: Wagner foult Grönning unsanft und bekommt Gelb.
31. Minute: Hertha wirkt in den letzten Minuten besser, der Ausgleich kam jedoch überraschend. Wie wird Dynamo reagieren?
29. Minute: TOR für Hertha – Thorsteinsson gleicht aus! Nach mehreren Versuchen taucht der Isländer frei vor dem Strafraum auf, schießt flach ins linke Eck.
26. Minute: Fast 2:0 für Dynamo! Straudi hat auf rechts viel Platz und flankt scharf in die Mitte, wo Vermeij knapp verpasst.
24. Minute: Thorsteinsson versucht es erneut, rutscht aber im Strafraum aus und wird zudem wegen Abseits zurückgepfiffen.
23. Minute: Hertha-Keeper Gersbeck läuft weit aus seinem Tor heraus und fängt einen langen Ball vor Covic ab – eine waghalsige Aktion, die gutging.
22. Minute: Die Berliner werden stärker, Grönning erkämpft einen Foulpfiff in der Dresdner Hälfte und hält die Gäste im Spiel.
19. Minute: Thorsteinsson mit einem Schuss aus 19 Metern, der abgeblockt wird.
19. Minute: Hertha versucht es über eine Flanke von Thorsteinsson rechts, doch der Versuch bleibt hängen.
16. Minute: Dynamo sucht über Vermeij, Covic und Wagner Chancen, bleibt jedoch ohne Abschluss. Hertha wirkt vom aggressiven Auftreten des Gegners beeindruckt.
14. Minute: Die Gastgeber starten stark und setzen den bis dahin ungeschlagenen Gast unter Druck.
10. Minute: TOOOOR für Dynamo – Patrice Covic trifft! Der Kroate spielt einen Doppelpass mit Vermeij und schließt aus zentraler Position eiskalt ab. Ein perfektes Startelf-Debüt! Trotz seiner Hertha-Vergangenheit feiert er lautstark vor dem Familienblock, in dem auch sein Vater sitzt.
8. Minute: Dynamo erneut gefährlich! Nach einem langen Ball hinter die Abwehr findet Schreiber Bobzien, der jedoch den richtigen Moment zum Abspielen verpasst. Rapp versucht es aus der zweiten Reihe, wird aber geblockt.
6. Minute: Erste gute Offensivaktion der Gastgeber! Vermeij behauptet den Ball, spielt Hauptmann an, der auf Bobzien passt. Dessen Zuspiel zu Rossipal auf links findet Vermeij jedoch nicht.
5. Minute: Bobzien unterbindet einen Pass von Gechter und wird von den Fans mit Szenenapplaus gefeiert. Die Dynamofans sorgen von Beginn an für eine laute Atmosphäre.
3. Minute: Beide Teams starten ruhig, aber mit intensiven Zweikämpfen.
1. Minute: Anpfiff im Rudolf-Harbig-Stadion, das Spiel beginnt.
20.27 Uhr: Spieler betreten den Rasen, gleich rollt der Ball.
20.26 Uhr: Die Dynamo-Hymne ertönt, Stimmung ist spürbar.
20.25 Uhr: Lautstarker „DY-NA-MO“-Chor schallt durch die Blöcke, manchen Berlinern im Tunnel dürfte es mulmig werden.
Vor dem Pausengang holen sich beide Teams den Applaus ihrer Fans ab.
Durch das Debüt von Till Neininger neben Muhamedbegovic stellt die SGD zum vierten Mal in Folge ein neues Innenverteidiger-Duo auf – bedingt durch Verletzungen und Sperren fehlt bislang Stabilität auf dieser Position.
Die Dresdner werden mit lautstarken „Dynamo“-Rufen aus dem K-Block begrüßt.
Die Berliner Fans hingegen müssen Pfiffe ertragen – das übliche Prozedere. Aufgrund eines Boykotts der aktiven Szene ist der Gästeblock heute nur spärlich gefüllt.
Für Patrice Covic ist das ein besonderer Moment, denn er spielt erstmals in der Startelf gegen seinen Heimatverein, bei dem sein Vater als U19-Trainer tätig ist.
Der gebürtige Berliner durchlief ab 2015 sämtliche Jugendteams bei Hertha, ehe er im Sommer 2024 zur U19 von Werder Bremen wechselte. Sein Vater Ante Covic ist seit seiner aktiven Karriere 2010 in verschiedenen Trainerfunktionen bei Hertha tätig, aktuell als U19-Coach.
Thomas Stamm überraschte mit drei Änderungen zum letzten Spiel: Till Neininger feierte sein Startelfdebüt und debütierte überhaupt für Schwarz-Gelb, er ersetzt den kurzfristig ausgefallenen Thomas Keller. Patrice Covic begann gegen seinen Ausbildungsverein, Simon Straudi rückte für Jonas Sterner rechts hinten in die Startelf.
Im Vergleich zu Stefan Leitl tauschte Hertha nur eine Position: Paul Seguin kehrte nach Gelb-Rot-Sperre für Pascal Klemens zurück.
Kurz vor 19 Uhr kam der Dynamo-Bus am Stadion an, wenige Minuten später trafen auch die Berliner ein.
Schon zwei Stunden vor Anpfiff bildete sich eine lange Schlange am K-Block-Eingang. Rund um das Stadion war eine deutliche Polizeipräsenz zu spüren, jedoch verlief alles ruhig.
Christian Dingert aus Lebecksmühle leitete die Partie als Schiedsrichter. Für Dynamo ist das kein gutes Omen, denn die letzten vier Spiele unter ihm gingen verloren, mit einer roten und einer gelb-roten Karte gegen Dresden. Der letzte Sieg mit Dingert an der Pfeife datiert auf die Drittliga-Saison 2015/16.
Bei Hertha sieht die Bilanz besser aus: In 19 Begegnungen unter Dingert verbuchte man zehn Siege, vier Remis und fünf Niederlagen. Das letzte Spiel gegen Fortuna Düsseldorf im Juli 2023 wurde jedoch verloren.
Assistenten waren Benedikt Kempkes und Daniel Bartnitzki, Vierter Offizieller Felix Grund, VAR Patrick Hanslbauer.
Hertha hat mit fünf Siegen den eigenen Startrekord gebrochen und kann nun auf den Allzeit-Bestwert in der 2. Bundesliga schielen. Hannover 96 hält mit acht Siegen aus der Saison 1986/87 den Rekord. Um die Niedersachsen zu übertrumpfen, muss Hertha die Serie noch ausbauen. Damals stiegen die Roten als Meister der 2. Liga auf.
Der frühere Dynamo-Spieler Toni Leistner bestritt seinen letzten Fußballabend bei Hertha und beendete kurz vor dem Duell seiner Ex-Klubs seine Karriere. Nach drei Jahren in Berlin und einem ausgelaufenen Vertrag gab es Spekulationen über eine Rückkehr nach Dresden, die sich jedoch nicht bestätigten. Stattdessen begann er eine Ausbildung im DFB-Management-Programm „Players Pathway Management 2026“, wo er u.a. Stefan Kutschke traf.
Für Fans, die nicht ins Rudolf-Harbig-Stadion kommen, wird das Spiel auch im Free-TV übertragen. RTL zeigt die Partie ab 20.15 Uhr mit Moderatorin Laura Papendick und Experte Felix Kroos, die Kommentierung übernimmt Robby Hunke ab 20.30 Uhr.
Zudem läuft die Begegnung im Pay-TV bei Sky sowie in den kostenpflichtigen Streamingdiensten RTL+, WOW, SkyGo und OneFootball. Sky-Abonnenten benötigen Sky Sport Bundesliga 2 oder das Top-Event; da Sky inzwischen zu RTL gehört, sind Programm und Kommentar identisch.
Beide Trainer können heute fast aus dem Vollen schöpfen. Bei Dynamo fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Lars Bünning und Kenneth Schmidt sowie Lukas Boeder mit Muskelproblemen. Ansonsten sind alle Spieler fit.
Bei Hertha kehren Paul Seguin und Boris Mamuzah Lum nach abgesessenen Sperren zurück; verletzt fehlt kein Spieler.
Vor Saisonbeginn kaum erwartet, führt Hertha BSC nach fünf Spielen mit makellosen fünf Siegen und 15 Punkten die Tabelle an.
Zahlreiche Leistungsträger wie Keeper Tjark Ernst, Marten Winkler, Michaël Cuisance, Fabian Reese und Kennet Eichhorn verließen die Hauptstadt, Neuzugänge kamen zunächst kaum. Später stießen mit Mads Pedersen (FC Augsburg), Oluwaseun Adewumi (FC Burnley), Farid Alfa-Ruprecht (Bayer-Leihgabe) und Gustaf Nilsson noch vier Verstärkungen hinzu.
Dynamo-Coach Thomas Stamm stellte fest, dass das neue Mannschaftsgefüge, das die Abgänge kollektiv kompensiert, gut funktioniert. Hertha stellt mit sechs Gegentoren die drittbeste Defensive und verzeichnet den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Erstmals seit 2013 führt man wieder die Tabelle an – damals trainierte Jos Luhukay.
Top-Scorer bei Hertha ist Kapitän Josip Brekalo mit vier Toren und zwei Vorlagen, während Sebastian Grönning als Zielspieler agiert. Junge Akteure wie Adewumi, Soufian Gouram und Alfa-Ruprecht entwickeln sich offensiv prächtig.
Historisch gesehen ist diese Begegnung noch relativ selten auf Pflichtspielebene: Erst fünfmal trafen Dynamo und Hertha aufeinander, mit klarem Vorteil für die Berliner (vier Siege zu einem Sieg für Dresden). In der vergangenen Saison gewann Hertha beide Duelle ohne Gegentor – 2:0 im Olympiastadion und 1:0 im Rückspiel.
Außerdem siegte Berlin 2019 in der 2. DFB-Pokalrunde mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen eine von Patrice Covics Vater trainierte Mannschaft. Die ersten Pflichtspielduelle stammen aus der Saison 2012/13: Beide Klubs gewannen jeweils ihr Heimspiel durch Eigentore.
SGD-Coach Thomas Stamm betonte vor der heutigen Partie, dass die Vorfälle vom April kein Thema seien. Er sagte auf der Pressekonferenz: „Wir blenden das komplett aus. Es war kein Thema für uns oder die Spieler. Einige haben es nicht miterlebt, andere schon. Es kann eine Chance sein, zu zeigen, dass man hier ein Spiel mit guter Atmosphäre gestalten kann, bei dem der Fußball im Mittelpunkt steht.“
Er fügte hinzu: „Es würde nichts bringen, das Thema aktiv zu behandeln. Wir müssen uns auf andere Dinge konzentrieren.“
Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere das reduzierte Gästekontingent und personalisierte Tickets, stießen bei den Berliner Fans auf Ablehnung. Bereits Ende August rief ein Teil der aktiven Szene zum Boykott auf mit dem Aufruf: „Lasst uns ein gemeinsames Signal senden, damit Kollektivstrafen nicht erneut Einzug halten. Kauft keine Tickets für das Spiel in Dresden!“
Deshalb werden heute nur etwa 600 bis 700 Hertha-Fans erwartet, obwohl das Gästekontingent normalerweise rund 3000 Tickets umfasst. Selbst bei halber Kapazität wären noch etwa 1500 möglich gewesen. Dies ist die kleinste Gästefan-Kulisse für Hertha seit fast zehn Jahren. In der Saison 2017/18 waren zuletzt nur 650 Fans beim Auswärtsspiel in Augsburg dabei.
Für Dynamo ist der Heimsektor komplett ausverkauft, so werden rund 30.000 Zuschauer erwartet.
Obwohl die Vorfälle im April allen noch in Erinnerung sind, wurde die Partie erneut auf Samstagabend um 20.30 Uhr terminiert. Die Sicherheitsbehörden sind jedoch alarmiert.
Die Polizei stuft das Spiel als Risikospiel der Kategorie 1 ein und rechnet mit einem hohen Sicherheitsrisiko. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Sport Bild, man nehme die Erfahrungen früherer Begegnungen sowie die Vorfälle der Vorsaison sehr ernst.
Eine beiderseitig akzeptierte Maßnahme ist die Halbierung des Gästekontingents sowie die Einführung personalisierter Karten. Außerdem wird es heute im Rudolf-Harbig-Stadion eine erweiterte Pufferzone geben.
Die Stadt erließ zudem eine Allgemeinverfügung, die am Spieltag das Mitführen bestimmter Gegenstände rund um das Stadion untersagt, darunter Pyrotechnik, Messer, Arbeits- und Protektorenhandschuhe, Sturmhauben und Schlauchschals. Die Regelung gilt von 17:30 bis 24 Uhr in einem definierten Bereich um das Stadion.
Ein Rückblick auf die Vorfälle der vergangenen Saison ist unvermeidlich: Am 4. April 2026 wurde die Partie am 28. Spieltag von schweren Ausschreitungen überschattet. In der 19. Minute drangen Berliner Gästefans in den Innenraum ein und versuchten, in den Dynamo-Block auf der Gegentribüne vorzudringen. Es kam zu Prügeleien und Gegenreaktionen der Dresdner Anhänger, die ebenfalls den Platz betraten. Pyrotechnik wurde in die Blöcke geworfen, bis die Polizei den Rasen stürmte. Insgesamt wurden 17 Personen verletzt. Nach langer Unterbrechung konnte das Spiel fortgesetzt werden, Hertha gewann 1:0.
Für die Krawalle wurden Hertha (152.000 Euro) und Dynamo (91.200 Euro) mit hohen Geldstrafen belegt. Der DFB verhängte zudem eine Sperre des K-Blocks für ein Spiel sowie eine weitere auf Bewährung gegen Dynamo. Die SGD klagt weiterhin juristisch gegen diese Maßnahmen, weshalb derteilweise Ausschluss derzeit ausgesetzt ist.
Herzlich willkommen zu unserem TAG24-Liveticker zum Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC. Ab 20:30 Uhr rollt der Ball im Rudolf-Harbig-Stadion. Vorab liefern wir Euch alle wichtigen Infos zum Spiel.