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Große Gefühle und ein Sieg: So verlief Dynamos Generalprobe gegen Union Berlin

Dresden – Unabhängig davon, welchem Team man die Daumen gedrückt hat, gab es bei der Generalprobe von Dynamo Dresden gegen Union Berlin die emotionalste Nachricht bereits rund zwei Stunden vor dem Anpfiff. Lars Bünning meldete sich erstmals nach seiner lebensbedrohlichen Hirnblutung aus der Reha zurück und richtete über die Videoleinwand einige bewegende Worte an die Fans.

„Die vergangenen Wochen waren wohl die schwersten meines bisherigen Lebens. Umso schöner war es für mich und meine Familie zu sehen, dass ihr alle diesen gemeinsamen Kampf um mein Leben mit uns durchsteht. Dafür möchte ich euch von Herzen danken“, erklärte der 28-Jährige.

Er fügte hinzu: „Meine Reha verläuft sehr gut, ich mache täglich Fortschritte und darf bald wieder nach Dresden zurückkehren. Ich freue mich riesig darauf, euch alle im Stadion zu treffen und gemeinsam Siege von Dynamo zu feiern. Bis dahin bleibt gesund, euer Latzo.“

Die Anhänger von Dynamo zeigten, was eine echte Sportgemeinschaft ausmacht. Begleitet von Rufen wie „Lars Bünning“ und anschließend „Lukas Boeder“ wurden die beiden vom Schicksal schweren Dynamo-Spieler mit aufmunternden Botschaften aus dem K-Block bedacht.

„Es war wichtig, dass wir alle auf dem aktuellen Stand sind. Gleichzeitig wollten wir, dass Lars’ Familie gemeinsam mit ihm entscheidet, wann diese Botschaft übermittelt wird. Das war nicht geplant, aber heute hat es gut gepasst“, erläuterte Thomas Stamm.

Der Trainer von Dynamo ergänzte: „Wenn du die Mannschaft vorstellst, gehört er natürlich dazu. Aber dieser Moment war wirklich keine Absicht. Hätte es in vier Wochen stattgefunden, wäre das auch in Ordnung gewesen. Es ging vor allem darum, die Leute mitzunehmen, ohne lange darüber zu sprechen, wie sein aktueller Zustand ist. Das sollte ein positives Gefühl vermitteln, auch wenn noch ein langer Weg vor ihm liegt.“

Vor 25.022 Zuschauern begann das Spiel eher ruhig, doch innerhalb von nur drei Minuten gab es zwei Treffer, die für Stimmung sorgten. Zuerst brachte Tom Rothe (19. Minute) Union Berlin per Kopf in Führung, bevor Niklas Hauptmann (22.) mit dem ersten durchdachten Angriff der Dresdner zum 1:1 ausglich.

Abgesehen davon hatten die Gastgeber mit der körperlichen Stärke der Berliner zu kämpfen. Die Gäste konnten ihre Überlegenheit jedoch nicht ausreichend nutzen. In der ersten Halbzeit hatten sie zwar acht Eckbälle (Dresden drei), doch mehr Chancen blieben aus.

„Ein sehr guter Härtetest vor dem ersten Pflichtspiel. Vor allem gegen eine so körperbetonte Mannschaft müssen wir uns behaupten. Aber wir machen das ordentlich“, zog SGD-Sportgeschäftsführer Sören Gonther im MDR ein positives Fazit.

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Nach der Pause zeigte Dynamo dann, wie man Standards richtig nutzt: Vincent Vermeij (52.) köpfte nach der vierten Ecke kraftvoll zum 2:1 ein. Alexander Rossipal hatte den Ball in Richtung langer Pfosten gebracht.

Schon zwei Minuten zuvor demonstrierte Ben Bobzien sein Können, als er sich über die Außenbahn ins Zentrum dribbelte. Sein Schuss aus der Strafraumgrenze ging allerdings knapp rechts am Tor vorbei.

Die Schwarz-Gelben starteten deutlich besser aus der Kabine, und daran änderte auch der siebenfache Wechsel in der 62. Minute nichts. Einzig Rossipal, Thomas Keller, Ben Bobzien und Torhüter Elias Bethke (schon zur Halbzeit eingewechselt) blieben auf dem Feld.

Union wechselte bis zur 71. Minute nicht und erspielte sich in dieser Phase lediglich eine Torchance – ein Schuss von Rani Khedira (61.) ging knapp vorbei. Danach tauschte Lustrinelli seine komplette Mannschaft aus und brachte unter anderem den ehemaligen Dynamo-Spieler Dmytro Bohdanov, der beim zweiten Berliner Torschuss im zweiten Durchgang (74.) Torwart Bethke leicht prüfte.

Dynamo hatte aber deutlich mehr Chancen. Jakob Lemmer (66./73./75.) hätte sogar das 3:1 erzielen können, ebenso Bobzien (67.) und Christoph Daferner (79.). Doch ein weiterer Treffer war nicht mehr nötig, da von Berlin keine Gefahr mehr ausging.

„Für mich war vor allem die Videobotschaft von Lars das Wichtigste. Das war etwas ganz Besonderes vor dem Spiel. Ansonsten war es eine gelungene Generalprobe“, sagte Hauptmann. „Es ist gut, dass wir mit einem Sieg in die Saison starten, aber wir wissen auch, dass wir noch an einigen Dingen arbeiten müssen.“

Erstmeldung: 01. August, 16:09 Uhr; zuletzt aktualisiert: 01. August, 17:20 Uhr