Ungeachtet des Tabellenkellers: Dynamo-Sportchef Gonther bleibt ruhig
Dresden – Die lange Länderspielpause kam für die Anhänger von Dynamo alles andere als erfreulich. Nach vier Niederlagen in sechs Ligaspielen – die jüngste erst vor wenigen Tagen gegen Hertha – braucht es erst einmal Zeit, das zu verarbeiten. Eine schnelle Reaktion darauf wäre wünschenswert, doch das ist bekanntlich nicht so einfach.
„Wir nehmen mit, dass die 2. Liga erneut genauso hart umkämpft ist wie erwartet. Sicherlich hätten wir uns im Hinblick auf die Tabelle den einen oder anderen Punkt mehr gewünscht – dennoch stimmt uns die Art und Weise, wie unsere Spieler Tag für Tag arbeiten, zuversichtlich“, erläutert Sportdirektor Sören Gonther (39) in einem Interview auf der Website des Vereins.
Dass der 39-Jährige gerade jetzt zu Wort kommt, ist ein kluger Schachzug im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.
Die Stimmung unter den Fans kocht bei gerade einmal vier Punkten und dem vorletzten Tabellenplatz hoch – übrigens ein Punkt weniger als zur gleichen Zeit der Vorsaison (Platz 14), als man eine schwache Hinrunde mit 13 Punkten auf dem letzten Platz beendete.
„Nach sechs Spielen kann die Tabelle durchaus einen gewissen Eindruck vermitteln. Trotzdem sind wir realistisch, wenn wir die bisherigen Partien betrachten. Mit etwas mehr Effektivität und klareren Entscheidungen wäre sicher mehr möglich gewesen. Unsere Aufgabe ist es jetzt, wieder Spielglück zu haben und positive Ergebnisse zu erzielen“, so Gonther.
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Als Sportchef soll er die im Verein vorherrschende sportliche Gelassenheit vermitteln. Eine Diskussion um den Trainer will er keinesfalls zulassen: „Dass wir sowohl eine starke Mannschaft als auch ein kompetentes Trainerteam haben, steht außer Frage. Thomas und sein Team werden die Pause nutzen, um gemeinsam mit den Spielern an den richtigen Schrauben zu drehen, daran zweifle ich nicht. Vorrangig gilt es, Ruhe zu bewahren und sachlich zu analysieren.“
Das hat auch die vergangene Rückrunde mit 28 Punkten und Rang vier bewiesen, die in der Öffentlichkeit manche größere Erwartungen geweckt hatte.
„Natürlich haben die Rückrunde der Vorsaison und die positive Vorbereitung im Sommer eine gewisse Vorfreude und Euphorie ausgelöst. Das ist jedoch völlig normal in einem traditionsreichen Verein und soll auch so bleiben“, stellt Gonther klar.
Der frühere Profi dämpft aber die Euphorie, falls diese bei den Fans nach dem Saisonstart noch vorhanden sein sollte.
„Gleichzeitig müssen wir uns immer wieder bewusst machen, woher wir kommen. Unser Ziel ist es, uns in der 2. Bundesliga zu etablieren und auch in der kommenden Spielzeit dieser Liga anzugehören. Das gelingt nur Schritt für Schritt und nicht durch voreilige Zielvorgaben, denn Entwicklung im Fußball verläuft selten gradlinig. Wir sind uns im Kern einig, abgesehen von Prognosen von Experten, unseren eigenen Weg zu gehen.“
Stand in der 2. Bundesliga
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Die Mannschaft, die am Ende der Saison den ersten Platz belegt, wird Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg oder den Klassenerhalt in der höchsten deutschen Spielklasse.