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Dynamo-Trainer Stamm sollte eigene Fehler nicht hinter Kritik am Schiri verstecken

Dresden – „Es fehlte eine konsequente Linie bei der Bewertung der Zweikämpfe. Angesichts der Gelb-Roten Karte gegen Thomas Keller (27) hätte auch Mathias Honsak (29) von Heidenheim vom Platz gestellt werden müssen.“ So bewertet die „Kicker“-Redaktion die Leistung von Schiedsrichter Felix Bickel (30) beim turbulenten 3:5 aus Dynamo-Sicht in Heidenheim. Diese Einschätzung entspricht größtenteils auch der Meinung von SGD-Coach Thomas Stamm (43). Allerdings sollte er sich mit der Kritik nicht zu leicht tun.

Dass Dynamo insgesamt keine schlechte Vorstellung ablieferte, bestätigt auch die Bewertung des Spiels durch das Sport-Magazin mit der Note 1,5. „Ein Zweitliga-Spektakel mit zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten, in denen Dresden die Überlegenheit im ersten Durchgang nicht ausspielen konnte und im zweiten Abschnitt von den starken Heidenheimern überrannt wurde.“

Dass der Spielverlauf so ausfiel, war auch eine Folge der Entscheidungen von Bickel. Das Foul von Honsak an Ben Bobzien (23) ereignete sich deutlich vor der Gelb-Roten Karte für Keller. Zu diesem Zeitpunkt führte Dresden noch mit 1:0. Dass der Schiedsrichter nicht auch Honsak vom Platz stellte, war ein Wendepunkt im Spiel.

„Das passierte direkt vor meinen Augen, da gibt es keine zwei Meinungen – das war eindeutig die zweite Gelbe“, so Stamm. Trotz aller nachvollziehbaren Enttäuschung darf man nicht vergessen: Das war nicht der einzige Grund. Dynamo trug ebenso dazu bei, dass am Ende eine 3:5-Niederlage stand.

Wäre Vincent Vermeij (32) nach der Pause seinem 1:0 auch noch ein 2:0 gefolgt, hätte der Schiedsrichter wohl kaum die Aufmerksamkeit so auf sich gezogen. Dresden hätte die Partie gegen den bis dahin nahezu verängstigten Gegner zugemacht.

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Dass Keller bei seinem Comeback hochmotiviert sein würde, war zu erwarten. Doch er war übermotiviert, was menschlich verständlich ist. Eine Auswechslung zur Halbzeit, nachdem er bereits in der 26. Minute die erste Gelbe gesehen hatte, wäre vermutlich sinnvoller gewesen. Man spürte bereits, dass das nicht gut ausgehen würde.

Diese Szene verdeutlichte zudem, wie widersprüchlich Fußball manchmal sein kann. Heidenheims Trainer Frank Schmidt (52) zeigte sich irritiert darüber, dass Dresden eine zweite Gelbe Karte für Honsak forderte.

„Das hat auch mit Respekt zu tun.“ Zugleich sprang Kellers gesamte Bank hinter ihm auf, hob alle den linken Arm und verlangte genau diesen zweiten Gelben Karton. Zurück zu Dynamo.

Selbst in Unterzahl hätte Dresden das Spiel nicht verlieren müssen und führte sogar 2:1. Vier Gegentore innerhalb von nur 13 Minuten zeigten jedoch, dass in der Defensive vieles schief lief. Das darf nicht passieren. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass Stamm öffentlich den Schiedsrichter kritisiert. Intern muss er allerdings auch die eigenen Fehler schonungslos ansprechen.

Tabelle der 2. Bundesliga

Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist folgende: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Das gilt auch für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte spielt gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg oder den Verbleib in der höchsten deutschen Fußballklasse.