Dynamos Sportdirektor Gonther ist noch nicht am Ziel: Das steht noch bevor
Dresden – Zum Trainingsauftakt vor einem Jahr in Cossebaude war Alexander Rossipal (30) der einzige Neuzugang bei Dynamo Dresden. Mittlerweile sind es bereits neun neue Spieler. Sören Gonther (39) und Thomas Stamm (43) haben „gekocht“ – so nennt man das heutzutage gerne. Und Gonther verrät: Der Nachtisch steht noch aus. Aber war er eigentlich auch als Schüler schon so ein Vorzeigeathlet wie jetzt als Sportchef?
Der 39-Jährige lacht laut auf. „Nein, überhaupt nicht. Wenn ich euch von meiner Bachelorarbeit erzähle: Die habe ich in etwa vier Nächten fertiggestellt, weil ich damals schon parallel bei Hessen Kassel beschäftigt war. Da habe ich einiges aufgeschoben. Die letzten 35 Seiten habe ich gefühlt in zwei Tagen geschrieben. Das war ganz schön unter Druck. In der Schule habe ich auch immer erst kurz vor knapp so richtig Gas gegeben. Deswegen, nein.“
Dieses Mal ging alles schneller. Gerade in den letzten Tagen hat sich der Kader fast im Stundentakt verbessert – fast wie bei frischem Brezelteig.
So kehrten zum Beispiel Robert Wagner (22) und Jonas Sterner (24) zurück. Außerdem gibt es zwei überzeugende Leihspieler aus der vergangenen Saison. Wie sieht es mit den beiden anderen, Thomas Keller (26) und Ben Bobzien (23), aus?
„Dass wir an ihnen noch interessiert sind, ist kein Geheimnis. Wir führen Gespräche und stehen im guten Austausch. Aber Prognosen kann ich dazu nicht abgeben und will das auch nicht. Klar ist jedoch: Unser Interesse ist weiterhin deutlich da“, so Gonther – abgeschrieben sind Keller und Bobzien also noch nicht.
Natürlich hat Gonther auch Plan B und C in der Schublade, falls es nicht klappen sollte. So naiv ist er nicht, alles auf eine Karte zu setzen und ohne Ergebnis dazustehen.
Obwohl das Grundgerüst steht, wird es weitere Transfers geben – Keller und Bobzien eingeschlossen. „Wir werden auf jeden Fall noch zwei Innenverteidiger verpflichten. Und auch auf den Außenbahnen planen wir noch Verstärkungen“, erklärt der Sportchef.
Was darüber hinaus passiert, wird sich zeigen. Der Transfermarkt kommt erst sehr spät in Schwung. „Ich möchte nicht jetzt schon alles abschließen, wenn sich vielleicht Ende Juli, Anfang August oder sogar nach Saisonstart noch Optionen ergeben“, sagt Gonther.
„Vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit, die für uns passt und uns weiterbringt. Grundsätzlich ist aber klar, dass nicht mehr allzu viel passieren wird.“ Gonther bleibt also weiter am Werk.