Wie kann Dynamo die Unsicherheit des Bundesliga-Absteigers ausnutzen?
Dresden – Thomas Stamm (43) hätte es bevorzugt, wenn ihm diese Frage erspart geblieben wäre, dennoch beantwortete er sie. Während Dynamo Dresden im DFB-Pokal mit einem souveränen Auftritt gegen einen Regionalligisten überzeugte, präsentierte sich der kommende Gegner aus Jeddeloh II eher wie eine unerfahrene Mannschaft. Bedeutet das ein leichtes Spiel gegen Heidenheim?
„Ich hätte es vorgezogen, wenn sie weitergekommen wären, denn dann hätte man diese Woche ein anderes Trainingsniveau und eine andere Einstellung im Aufeinandertreffen mit uns erwartet“, erklärte Stamm nach dem Pokal-Erfolg.
Sein Trainerkollege aus Heidenheim gab sich hingegen zurückhaltender. „Wir müssen die Mannschaft unterstützen und wieder dahin bringen, dass wir gegen Dresden an uns glauben“, sagte Frank Schmidt (52).
„Ich habe noch keine konkrete Lösung, aber ein klares Ziel: Wir wollen ein Erfolgserlebnis erzielen. Es wird nicht alles perfekt laufen und man spürt, dass die Mannschaft schwer beschäftigt ist. Negative Erfahrungen fallen uns aktuell schwer, jeder ist mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt.“ Welche Lehren kann Dynamo aus dem Pokalwochenende für den dritten Spieltag in der 2. Liga ziehen?
„Inhaltlich und taktisch werden wir solche Gegner in der Liga kaum mehr sehen. Viel wichtiger ist, dass wir unsere Einstellung bewahren und von der ersten Sekunde an mit voller Energie dabei sind. Die Konzentration zu Beginn des Spiels sollten wir als positive Erfahrung mitnehmen“, erläuterte Kapitän Niklas Hauptmann (30) im Gespräch mit DynamoTV.
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Ein intensives Pressing ist der Schlüssel, um einer verunsicherten Mannschaft entgegenzuwirken, während in anderen Bereichen noch Potenzial besteht. Gegen Rhynern brachte das Team von Thomas Stamm 20 Torschüsse zustande, davon neun auf das Tor. Ein oder zwei Tore mehr wären durchaus möglich gewesen, auch die Effektivität bei zehn von elf vergebenen Ecken (plus einige Freistöße) könnte noch verbessert werden.
„Dass wir überhaupt ein Tor erzielt haben, war positiv. Ich fand, wir sind auch in gefährliche Bereiche vorgedrungen. Die Abläufe haben gestimmt“, so Robert Wagner (23). Sein Trainer möchte diese Leistung „auch in der 2. Liga so auf ein Niveau bringen, dass wir als torgefährlich eingestuft werden können.“
Ein Aspekt, der besonders im Hinblick auf das Spiel am Samstag Bedeutung hat, betrifft die Defensive.
„Wieder eine weiße Weste, das zweite Mal in Folge. Das ist definitiv ein positives Zeichen, auch wenn uns in Heidenheim eine andere Herausforderung erwartet – da spreche ich aus Erfahrung“, betonte Innenverteidiger Thomas Keller (27). Zudem verlässt Marvin Pieringer (26, zwei Einsätze/ein Tor), ein früherer Sturmkollege, den FCH in Richtung Paderborn.
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Platzierung in der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende auf dem ersten Rang steht, wird Zweitliga-Meister und steigt direkt in die Bundesliga auf. Dies gilt ebenso für den zweiten Platz. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.