Losglück im Pokal für Dynamo, Aue steht vor großer Herausforderung gegen Europa-League-Teilnehmer
Dresden/Aue – Während einige erst einmal recherchieren mussten, wo genau ihr Gegner beheimatet ist, waren andere unsicher, wie sie die Aufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals einschätzen sollten. Dynamo trifft auf Westfalia Rhynern, den Aufsteiger in die Regionalliga West. Aue hingegen empfängt mit Hoffenheim einen Bundesligisten – eine kaum zu bewältigende und zudem wenig attraktive Aufgabe.
Deniz Aytekin (47) fungierte als Ziehungsleiter und sorgte bei den Sachsen für Spannung. Aue wurde als zweites Team aus dem Amateurtopf gezogen, Dynamo als viertletztes unter den Profimannschaften.
Die begehrten Ost-Duelle mit Teams wie Jena, Halle, Aue, Krieschow oder Cottbus waren bereits vergeben. So blieb nur noch Westfalia Rhynern übrig. Der Verein stammt aus einem Stadtteil von Hamm, etwa 20 Kilometer vor den Toren Dortmunds, also am Rande des Ruhrgebiets.
Das Heimstadion ist der Westfalia-Sportpark. Von Dresdens Rudolf-Harbig-Stadion bis dorthin sind es 503 Kilometer – keine besonders kurze Anreise.
Ob das Spiel dort tatsächlich stattfinden kann, ist allerdings fraglich. Die Sportstätte fasst lediglich 2.500 Zuschauer, davon entfallen nur rund 250 Plätze auf Dynamo-Fans. Allerdings ist Dynamo bereits Erfahrung darin gewöhnt, in der ersten Pokalrunde an anderen Orten anzutreten.
So fanden beispielsweise die Partien gegen TuS Koblenz (3:2) in der Saison 2017/18 und gegen TuS Dassendorf (3:0) 2019/20 in Zwickau statt. Für diesmal käme die 140 Kilometer entfernte Stadt Kassel als Ausweichort in Frage, was Sportdirektor Sören Gonther (39) sicherlich begrüßen würde.
Apropos Gonther: Als Spieler schaffte er es nie über die zweite Runde hinaus – dieses Ziel möchte er nun erreichen.
„Es wäre natürlich großartig, im DFB-Pokal mal eine längere Runde zu schaffen. Andere Mannschaften haben das bereits gezeigt. Ich würde mich freuen, wenn ich es wenigstens auf der anderen Seite bis zur dritten Runde schaffe“, erklärte er kürzlich im Dynamo-Podcast „Schwarz-Gelb“. Auch finanziell wäre das ein Gewinn.
Für die erste Pokalrunde erhalten die Vereine etwas mehr als 210.000 Euro, mit jeder weiteren Runde verdoppelt sich die Summe – 420.000 Euro in Runde zwei, 840.000 in Runde drei und so weiter.
Das Geld kann auch Aue gut gebrauchen. Die Teilnahmegebühr war zumindest ein wichtiger Faktor, um Marcel Bär (33) zu halten. Ob es für eine weitere Runde reicht, ist angesichts des Gegners jedoch eher unwahrscheinlich.
„Wir treffen auf einen erfahrenen Erstligisten, der in der Saison 2026/27 international spielen wird“, weiß Trainer Kvicha Shubitidze (51). „Der Test am 19. Juli gegen den FC Schalke ist daher eine perfekte Vorbereitung.“ Bei diesem Spiel werden vermutlich deutlich mehr Zuschauer erwartet als gegen Hoffenheim.