Vergebliches Anrennen? Keller-Rot wird zum Wendepunkt, doch die SGD muss „klüger zu Ende spielen“
Heidenheim – Die Gelb-Rote Karte für Thomas Keller (27) stellte zweifellos den entscheidenden Moment bei Dynamo Dresdens bitterer 3:5-Niederlage in Heidenheim dar. Dieses Ereignis kippte den Spielverlauf und führte für die Schwarz-Gelben zu einem äußerst enttäuschenden Samstag an der Brenz. Dennoch wollten sich weder die Spieler noch der Trainer im Nachgang so einfach mit der Situation abfinden.
„Ich habe ihn nicht gesehen, als ich falle, glaube ich, bin ich auf seinen Fuß oder zumindest leicht in ihn hineingerutscht“, schilderte der Verursacher die Szene gegen Marcel Costly (30) in der 69. Minute unmittelbar nach Abpfiff am Sky-Mikrofon.
Kaum zwei Minuten nach dem Ausgleich hätte die SGD auf diesen ungewollten Bärendienst gut verzichten können. Fußballtypisch war es wohl für manche überraschend, dass gerade der ehemalige Heidenheimer bei seinem früheren Klub auf diese Weise in den Fokus rückte.
Während Keller seinen Fehler einsah, wollte sein Mannschaftskamerad Robert Wagner (23) ihm dennoch keine alleinige Schuld an der Niederlage geben.
Der Mittelfeldspieler erzielte nämlich direkt die neuerliche Führung, auf die jedoch das nächste Unglück mit einem Eigentor von Friedrich Müller (20) folgte. Danach brach die Mannschaft aus Dresden völlig auseinander.
„Am Ende müssen wir uns vorwerfen, dass wir mit einem Spieler weniger das Spiel nicht cleverer zu Ende bringen konnten“, erklärte der 23-Jährige. „Wir versuchten zwar zeitweise, weiter nach vorne zu pressen, was aber wenig sinnvoll war.“
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Trainer Thomas Stamm (43) suchte die Fehler ebenfalls nicht in der Innenverteidigung, sondern kritisierte vor allem die Reaktion auf die beiden Rückschläge, auch wenn diese „eine gewisse Dynamik“ ins Spiel brachten.
„Dennoch ist es uns beim Spielstand von 2:2 nicht gelungen, den Gegner für fünf oder sechs Minuten unter Druck zu setzen“, bemängelte der SGD-Coach. Zudem sei danach gefühlt „jeder Schuss ein Treffer“ gewesen.
Besonders missfiel ihm auch der Beginn der zweiten Halbzeit, als Heidenheim von den Dresdnern zunehmend ins Spiel kommen durfte. „Wir suchen die Fehler definitiv bei uns“, betonte Stamm.
Sein Gegenüber Frank Schmidt (52) sah das offenbar ähnlich und dankte fast schon dem Gast aus Sachsen: „Wir haben zwar das zweite Tor hergeschenkt, doch die Dresdner zeigten sich in dieser Situation nicht von ihrer besten Seite, das war psychologisch ein wichtiger Punkt.“
2. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Derjenige, der am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der zweiten Liga und steigt in die Bundesliga auf. Dies gilt auch für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte muss in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.